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VW zahlt Bleibe-Boni an US-Manager - trotz Verstrickung in Dieselskandal

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David Geanacopoulos | Bild

Das berichtet die Recherchegemeinschaft "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR.

Die Gelder flossen dem Bericht zufolge unter anderem an den US-Chefjustiziar David Geanacopoulos. Mit 450.000 Dollar habe der Audi-Amerika-Chef Scott Keogh den höchsten Betrag erhalten. Mindestens zehn der Bonusempfänger wurden bereits als Zeugen im Zusammenhang mit dem Abgasskandal in den USA vernommen.

US-Anwälte vermuten, dass es sich angesichts der teils hochkarätigen Empfänger und der Höhe der Zahlungen um "Schweigegeld" gehandelt haben könnte, um die Betroffen nicht nur zum Bleiben zu überreden, sondern im Falle eines Verhörs auch zu loyalen Aussagen gegenüber dem Konzern zu verleiten. Prevent sieht in der Beendigung der Lieferverträge einen "schwerwiegenden Rechtsbruch". Prevent kündigte an, dass es an allen drei Standorten zu Kurzarbeit und zu Kündigungen für viele der insgesamt 700 Mitarbeiter kommen werde.

Der Volkswagen-Konzern weist den Verdacht als "Unsinn" zurück und weist zugleich auf die Wahrheitspflicht der VW-Mitarbeiter bei den US-Ermittlungen in der Abgasaffäre hin.

Volkswagen teilte dem Bericht zufolge mit: "Es ist richtig, dass im Zuge der Diesel-Krise im Herbst 2015 mit einer Reihe hochqualifizierter Mitarbeiter, die wichtig für das Unternehmen waren und sind, Retention Bonus-Vereinbarungen getroffen wurden? teilweise auch erstmalig".

US-amerikanische Arbeitgeber zahlen Bleibeprämien vergleichsweise oft. Geanacopoulos war der VW-Jurist, der die Durchführung der Studie mit Abgas-Experimenten an Affen genehmigt hatte. Er erhielt bei einem Jahresverdienst von rund 800.000 Dollar einen Bonus von 150.000 Dollar. Auch der US-VW-Manager Stuart Johnson steht auf der Liste der Bonusempfänger, er erhielt 60.000 Dollar - rund ein Drittel seines Jahresgehalts. Johnson hatte das Labor für die Affentests vor der Durchführung besucht. Verdächtig wirkt in diesem Kontext: Der Mann arbeitet laut dem Bericht seit mehr als 30 Jahren für den Konzern und habe zuvor nie einen Bleibebonus bekommen.

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