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US-Agrarbranche fürchtet Handelskrieg mit China

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Säbelrasseln im Handelsstreit Xi Jinping und Donald Trump

US-Handelsminister Wilbur Ross sagte in einem Interview mit CNBC, der Handelskrieg zwischen China und den USA werde sich nicht zum Dritten Weltkrieg entwickeln. Gleichzeitig ist China bereit, als Gegenmaßnahmen äquivalente Steuern auf US-amerikanische Produkte zu erheben. Falls dies der Fall sei, solle er die entsprechenden Produkte identifizieren, die mit den Zöllen belegt werden sollen. China seinerseits würde mit seinen Vergeltungsmaßnahmen neben der Auto-, Chemie- und Flugzeugindustrie auch den ländlichen Raum in den USA treffen, wo Trump besonders beliebt ist. Neben Sojabohnen zielt Peking auch auf andere Agrarprodukte wie Mais, Weizen und Baumwolle ab. An den Börsen in Asien waren auf die jüngsten Nachrichten aus den USA bereits Folgen zu spüren: Die Kursindizes Nikkei in Japan und Kospi in Südkorea notierten tiefer. Trump beauftragte seinen Landwirtschaftsminister Sonny Perdue am Donnerstag auch damit, einen Plan zum Schutz der Landwirte zu erarbeiten. Details dazu gab er nicht.

Da die gegenseitigen Strafabgaben wohl frühestens im Juni in Kraft treten, ist noch Zeit für Verhandlungen. "Ich glaube, man muss das insgesamt ernst nehmen", sagte Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig am Donnerstag in der ARD zur Ankündigung neuer Zölle insbesondere von US-Präsident Donald Trump. Am Mittwoch sagte er auf die Frage, ob die Zölle letztlich gar nicht wirksam werden könnten: "Ja, das ist möglich. Das gehört zum Prozess". In einer Auseinandersetzung wie dieser würden nun mal alle Werkzeuge genutzt.

Trump zeigte sich dagegen unerbittlich. Die USA erwarteten, dass Chinas seine Handelspolitik ändere, sagte Sanders.

Gleichwohl zeigten sich US-Regierungsvertreter bemüht, eine Gefahr einer völligen Entfesselung im Handelsstreit herunterzuspielen. Den Wert der Importe gab das Handelsministerium in Peking ebenfalls mit 50 Milliarden Dollar an. Das ist das höchste Defizit seit Oktober 2008.

Die Regierung in Peking reagierte damit auf eine zuvor von Washington vorgelegte vorläufige Liste mit chinesischen Importwaren im Wert von ebenfalls rund 50 Milliarden Dollar. "Die US-Wirtschaft wird einen schweren Schlag hinnehmen müssen, wenn sie den weltgrößten Verbrauchermarkt in China verliert", warnte das Parteiorgan "Volkszeitung" gestern in einem Kommentar. In der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua hiess es zum Beispiel: "China hat keine Angst und wird nicht zurückweichen, sollte ein Handelskrieg nicht zu vermeiden sein". Die Maßnahmen der USA seien "nicht vereinbar mit den WTO-Vereinbarungen", argumentierte Peking. Man werde das weitere Vorgehen der dortigen Regierung aufmerksam verfolgen. Trump sei ein Anhänger des freien Handels und wolle das Problem so schmerzlos wie möglich lösen. Trump habe mit einer "bombenmäßigen" Erklärung seinem Ärger Luft machen wollen.

"Wir befinden uns nicht in einem Handelskrieg mit China".

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