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Ex-Banker seit Montag vor Gericht

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Der ehemalige Deutsche-Bank-Händler Christian Bittar bekannte sich schon vor Prozessauftakt schuldig. Er befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Quelle Reuters

Der Ex-Deutsche-Bank-Händler Christian Bittar bekannte sich im März schuldig, den europäischen Referenzzinssatz Euribor frisiert zu haben. Er befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Am Montag hat der Prozess in London begonnen, unter anderem gegen einen ehemaligen Banker der Deutschen Bank. Mit Tricksereien konnten sich Banken Millionen Extragewinne erschleichen, Händlern winkten erhebliche Boni. Bittars Londoner Anwalt sagte auf die Frage nach seinen Erwartungen an das beginnende Gerichtsverfahren: "Es wäre nicht richtig, vor dem Prozess gegen die verbleibenden Angeklagten und vor der Verurteilung von Herrn Bittar Stellung zu nehmen". Mit einem Urteil wird im Sommer gerechnet. 2011 trennte sich die Bank von ihm. Vor dem Gericht, dem Southwark Crown Court, müssen sich neben einem weiteren Mitarbeiter der Deutschen Bank auch vier frühere Händler der britischen Großbank Barclays verantworten.

Bittar hatte vor Jahren für Schlagzeilen gesorgt, da er für das Jahr 2008 sagenhafte 80 Millionen Euro Bonusanspruch angehäuft hatte. Denn statt realer Daten - also Kosten von tatsächlichen Krediten - waren Umfragen Grundlage der Berechnung: Händler schätzten, zu welchem Zins sich ihr Haus von anderen Banken Geld leihen könnte. Die Hälfte des Rekordbonus behielt die Bank später wegen der Ermittlungen ein. Sie sind Maßstab für Geschäfte in Billionenhöhe - vom Baukredit bis zu Derivate-Geschäften. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Ihnen wird vorgeworfen, bei der Berechnung der wichtigen Zinssätze über Jahre getrickst zu haben und diese damit in eine für sie vorteilhafte Richtung getrieben zu haben. In den USA und Großbritannien einigte sie sich 2015 mit den Behörden auf eine Rekordbuße von 2,5 Milliarden US-Dollar.

In einer eigenen Untersuchung kam der Konzern 2015 zu dem Ergebnis, dass "kein gegenwärtiges oder ehemaliges Vorstandsmitglied Kenntnis über das Fehlverhalten im Handelsbereich hatte oder daran beteiligt war".

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