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Kopftuchverbot für Mädchen: Viel politische Rückendeckung, doch Facebook hat was dagegen

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Das Kopftuch ist bei Mädchen laut mehrerer Unionspolitiker keine Frage der Religion sondern der Gleichberechtigung. Quelle dpa

Zuletzt hatte FDP-Chef Christian Lindner ein Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren in Deutschland gefordert. Kinder, die noch nicht religionsmündig seien, dürften nicht dazu gedrängt werden, ein Kopftuch zu tragen, erklärte er. In Nordrhein-Westfalen wird nun geprüft, ob das Verbot durchsetzbar ist - einwandfrei mit ja beantwortbar ist das nicht: Der wissenschaftliche Dienst des Bundestags hielt ein Verbot 2017 noch für "verfassungsrechtlich wohl nicht zulässig" - außer bei "einer konkreten Gefährdung oder Störung des Schulfriedens". "Alle Kinder sollen sich zu freien und selbstbestimmten Individuen entwickeln können", sagte der Politiker der Linkspartei der "Bild". Die Integrationsbeauftragte der deutsche Regierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), hat am Dienstag jedoch Forderungen nach einem Kopftuchverbot für junge Mädchen eine Absage erteilt. Der Islamismus-Experte Ahmad Mansour sagte: "Wir brauchen ein Verbot, um Kindern zu ermöglichen, ideologiefrei aufzuwachsen ohne Geschlechtertrennung und Sexualisierung".

Islamismus-Experte Ahmad Mansour (41): "Ein Kopftuch für ein Kind ist eine Form von Missbrauch". "Wenn wir Gleichberechtigung ernst nehmen, sollten wir genau das hinterfragen", sagte Landwirtschaftsministerin Klöckner mit Blick auf den Wunsch einiger muslimischer Eltern, dass schon Mädchen ein Kopftuch tragen sollten.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) unterstützt ausdrücklich den harten Kurs seiner Integrationsstaatssekretärin Serap Güler (CDU). "Und deshalb ist das ein guter Vorschlag, den wir auch umsetzen wollen", sagte Laschet.

Ebenso wenig ist erhoben, wie oft ein Kopftuch mit Zwang verbunden ist. "Und das sollte die Schule sein", sagte Klöckner vor einer Sitzung des CDU-Präsidiums in Berlin. "Immer mehr Eltern verschleiern ihre Kinder bereits Jahre vor der Pubertät und legen eine sehr extreme Interpretation der Religion an den Tag".

Kritik an dem Verbot kommt von Helmut Holter (64, Linke), Chef der Kultusministerkonferenz und Kultusminister von Thüringen: "Ich halte das Kopftuchverbot für falsch". Kesici nannte die Debatte "populistisch, symbolgeladen und inhaltsleer".

Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration bedauerte "die aufgeheizte Diskussion". Der Islamrat ist einer von mehreren Dachverbänden von Moscheegemeinden und anderen muslimischen Einrichtungen.

Auch die Organisation Terre des Femmes kritisierte, dass es eine Zunahme gebe, "nicht nur bei der Vollverschleierung, zum Beispiel auch beim Kinderkopftuch".

Uslucan, der in Essen Universitätsprofessor für Türkeistudien ist, betonte: "Aus religiöser islamischer Perspektive gibt es keinen Grund, vor dem Erreichen der Geschlechtsreife ein Kopftuch zu tragen".

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