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Berliner Halbmarathon: Festgenommene wieder freigelassen

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Startschuss für den 28. Berliner Halbmarathon

Den Berichten der "Welt", die von der Vereitelung eines Terrorangriffs sprach, widersprachen die Behörden. Die Polizei hat aber offenbar bis jetzt nicht genug Beweise dafür. Es habe der Verdacht bestanden, dass die Personen im Alter von 18 bis 21 Jahren einen Angriff im Rahmen des Halbmarathons planten. Kurz darauf wurde in einigen Medien berichtet, dass ein islamistischer Anschlag während der Sportveranstaltung verhindert wurde. Zugleich verwies er darauf, dass bei Durchsuchungen nichts Verdächtiges entdeckt worden sei. Einen konkreten Terroranschlag auf den Halbmarathon hatten die Verdächtigen bisherigen Erkenntnissen zufolge nicht geplant. Es habe gemeinsame Durchsuchungen des Staatsschutzes und der Berliner Generalstaatsanwaltschaft gegeben, wobei die sechs Verdächtigen festgenommen worden seien, erklärten die Beamten am Sonntag im Onlinedienst Twitter. Laut Recherchen von "Die Welt" gibt es offenbar Verbindungen zum Terroristen Anis Amri, bestätigt ist dies jedoch nicht. Wegen der andauernden Ermittlungen könnten zunächst keine weiteren Angaben gemacht werden, hieß es. Neben den Hinweisen auf eine womöglich geplante Gewalttat beim Halbmarathon hätten sich die Behörden auch aufgrund "der noch nicht vollständig geklärten Hintergründe des gestrigen Attentats in Münster" zu dem Einsatz entschlossen.

Die Ermittler werten immer noch die beschlagnahmten Gegenstände aus.

Laut dem Bericht planten die Männer die Passanten und Teilnehmer mit Messern anzugreifen. Bei den anschließenden Wohnungsdurchsuchungen sollen die Suchhunde Sprengstoff gefunden haben. Die sechs Tatverdächtigen sind wieder auf freiem Fuß, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt mitteilten. Genauere Angaben dazu gibt es noch keine. Sie werden dem islamistischen Umfeld des Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri zugerechnet.

Polizeisprecher Thomas Neuendorf sagte am Sonntagabend der Deutschen Presse-Agentur, dass die Sicherheitsbehörden keine konkreten Hinweise gehabt hätten, dass der Halbmarathon Ziel eines Anschlags gewesen sein könnte. Das sportliche Großereignis mit Zehntausenden Läufern und Zuschauern war laut Ermittlern nicht gefährdet.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die Festnahme mutmaßlicher Islamisten ausdrücklich begrüßt. "Das war eine Vorsichtsmaßnahme", sagt ein hochrangiger Sicherheitsbeamter. Mit einem Anschlag müsse jederzeit gerechnet werden. Laut "Tagesspiegel" wurde er bereits zwei Wochen observiert. So wollte er angeblich seinen Vertrauten Amri, der am 19. Dezember auf einem Berliner Weihnachtsmarkt zwölf Menschen tötete, rächen. Ein Sicherheitsexperte sagte, ein Nachrichtendienst habe einen Hinweis auf einen bevorstehenden Anschlag von S. beim Halbmarathon gegeben.

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