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Deutsche-Bank-Aktie nach Wechsel an der Führungsspitze im Plus

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Christian Sewing soll John Cryan als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank ablösen

"Meines Erachtens stellt der Aufsichtsrat der Deutschen Bank eine zeitnahe Anpassung der Strategie nicht hinreichend sicher", begründete er seinen Gegenantrag, den die Bank auf ihrer Internetseite veröffentlichte.

Das hat der Aufsichtsrat in einer Krisensitzung in Frankfurt am Main entschieden. Diese Stimmung will er mit seinem Brief erzeugen.

Stühlerücken in der Teppichetage des grössten deutschen Finanzinstituts.

Die Anleger hoffen nun, dass mit der neuen Führungsspitze ein frischer Wind bei der Deutschen Bank einzieht. Sewing (47) löst den seit Mitte 2015 amtierenden Briten John Cryan mit sofortiger Wirkung ab. Dabei wollte Aufsichtsratschef Paul Achleitner der Form halber zwei Kandidaten vorschlagen: Sewing und einen externen Kandidaten. Tatsächlich dürfte Sewing eher der kleinste gemeinsame Nenner gewesen sein, den Achleitner sowohl gegenüber den Anteilseignern als auch den Mitarbeitern durchsetzen konnte. Im Geschäftsjahr 2017 hatte sich die die Bank nicht geniert, 2, 3 Milliarden Euro an ihre Investmentbanker auszuschütten, die die Führung der Bank, trotz deren offensichtlichen Erfolglosigkeit, immer noch für unersetzlich hielt und gleichzeitig den Aktionären einen Verlust von 735 Millionen Euro zuzumuten und mit einer Mini Dividende von 19 Cents pro Aktie abzuspeisen. Auf den glücklosen Cryan folgt das Eigengewächs Christian Sewing. Vor dem bodenständigen Westfalen steht eine Herkulesaufgabe.

Uneins sind sich die Experten bei der Frage, welchen Weg die Bank einschlagen soll: den nächsten Versuch im Investmentbanking wagen wie die US-Konkurrenz Goldman Sachs und Morgan Stanley?

Sewing übernimmt eine schwere Aufgabe bei einer Bank, die in der Verlustzone und im Imagetief steckt. Schließlich hat er seine Wurzeln in der Deutschen Bank und deshalb ist es fraglich, ob er die Sanierung abschließen kann.

Vize-Vorstandschef Christian Sewing soll an die Spitze der Deutschen Bank rücken und damit Nachfolger von John Cryan werden. Mit dem neuen Vorstandschef startet die Bank in eine neue Ära.

Erstens: Dass die Deutsche Bank keine allzu populäre Adresse mehr für CEO-Kandidaten zu sein scheint.

Seit 2015 sitzt der Manager im Vorstand des InstitutsInstituts. Angefangen hat er 1989 als Azubi in einer Filiale in Bielefeld, arbeitete sich dann auf Stationen in Toronto, Singapur und Tokio hoch und zog vor drei Jahren in die Vorstandsetage ein. Der Weg nach oben führte den als bodenständig und kühl beschriebenen Banker auch in Risikomanagement und interne Revision, was ihm tiefen Einblick ins Investmentbankgeschäft verschaffte. Das Kontrollgremium diskutierte in seiner Telefonkonferenz aber auch die schwache Lage der Bank. Warum dem Aufsichtsratschef des größten deutschen Kreditinstituts, Paul Achleitner, sowie einigen Eigentümern der Deutschen Bank schon jetzt der Geduldsfaden gerissen ist, ist daher unverständlich. Der strebt an, dass die Bank Marktführer im Heimatmarkt bleibt, vor allem im Privat- und Firmenkundengeschäft. Mit Spannung wird nun erwartet, ob Sewing in seiner neuen Funktion auch bei der Investmentbank hart durchgreifen und den Rotstift ansetzen wird. Der Vertrag des Briten lief ursprünglich noch bis zum Jahr 2020.

Man braucht die Deutsche Bank nicht unbedingt als Champion.

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