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Puigdemont fordert Unabhängigkeit Berlins von Schwaben

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Katalonien Wird am Freitag die neue Regierung gewählt

Die Freilassung des früheren katalanischen Regionalpräsidenten Carles Puigdemont in Deutschland hat die Separatisten beflügelt und die deutsch-spanischen Beziehungen schwer belastet.

Einen knappen Tag nach seiner Haftentlassung in Neumünster hielt der von der spanischen Zentralregierung abgesetzte katalanische Regionalregierungschef in Berlin eine Pressekonferenz ab, auf der er Fragen auf Katalanisch, Englisch und Spanisch beantwortete. Eine Unabhängigkeit Kataloniens sei nicht die einzige Lösung, aber der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy habe bislang jeden Dialog ausgeschlagen und stattdessen mit der Justiz reagiert. "Wir sind bereit zuzuhören".

Der Sprecher von Rajoys Volkspartei (PP) bei der EU in Brüssel, Esteban Gonzalez Pons, wurde von spanischen Medien am Sonntag mit den Worten zitiert, das Schengener Abkommen habe "keinen Sinn mehr, wenn der europäische Haftbefehl nicht funktioniert". Diese wäre jetzt juristisch am Zug, indem sie beim Oberlandesgericht in Schleswig einen Antrag auf rechtliche Zulasssung einer Auslieferung stellt.

Das deutsche Gericht hatte den spanischen Hauptvorwurf der "Rebellion" fallengelassen, da dieser Tatbestand mit deutschem Recht unvereinbar sei. Das hatte vergangene Woche entschieden, den Auslieferungsbefehl für Carles Puigdemont auszusetzen.

Der Chef der Konrad-Adenauer-Stiftung in Spanien, Wilhelm Hofmeister, zeigt sich entsetzt: "Die Europäische Union fußt unter anderem auf der Idee, dass sie eine Gemeinschaft freiheitlicher und rechtsstaatlicher Demokratien ist".

In Spanien sitzen führende Politiker aus Katalonien seit Monaten in Haft.

Puigdemont will vorerst in Berlin bleiben.

Und selbst bei einfachsten Lebensmitteln werden die "Katalanen Schwabens" (Puigdemont über die Berliner) vom mitleidlosen Mutterland bevormundet: So soll es inzwischen an der Spree Bäckereien geben, die schmackhafte Brötchen aus dem Süden Deutschlands anstelle der traditionell aus Altpapier, grauer Plaste und Alkoholikerschweiß hergestellten Schrippen verkaufen. Grundlage war ein Europäischer Haftbefehl Spaniens.

Derweil dementierte das Justizministerium die angeblichen Äußerungen von Ressortchefin Katarina Barley in der "Süddeutschen Zeitung" über den Fall Puigdemont.

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