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Schärfere EU-Regeln für Pommes und Co

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Pommes Chips Brot Neue EU-Regeln gegen Acrylamid starten

Für den Stoff gibt es auch keine "unbedenkliche Menge": Die Aufnahme sollte so gering wie möglich sein, daher tritt heute die EU-Regelung zur Eindämmung von Acrylamid in Kraft. Dies gilt besonders für Produkte auf Kartoffel- oder Getreidebasis sowie Kaffee und Kaffeeersatz.

Am 11. Dezember ist die neue EU-Verordnung zu Acrylamid bereits in Kraft getreten. Für die Verbraucherzentrale könnte die Verordnung ruhig noch weiter gehen. Darin sind Vorgaben formuliert, an die sich Lebensmittelhersteller halten sollen, damit weniger des krebserregenden Stoffes im Endprodukt landet.

Acrylamid ist erwiesenermassen krebserregend. Ein Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte zuvor bestätigt, dass Acrylamid in Lebensmitteln das Krebsrisiko für Verbraucher potenziell erhöht.

Acrylamid entsteht beim starken Erhitzen von stärkehaltigen Lebensmitteln. Temperaturen von 190 Grad Celsius bei Ober- und Unterhitze beziehungsweise von 170 Grad Celsius bei Umluft sollten nicht überschritten werden. Doch beim Frittieren, Rösten, Braten und Backen von Lebensmitteln, die viel Stärke enthalten, wie zum Beispiel Kartoffeln und Getreidemehl, kann der gesundheitsgefährdende Stoff Acrylamid entstehen. Je mehr Pommes frites auf dem Backblech gebräunt werden, desto geringer ist die Acrylamidbelastung.

In der Vergangenheit wurden bei Untersuchungen in Chips, Bratkartoffeln und Tiefkühlpommes oft hohe Acrylamid-Gehalte festgestellt. Aber auch in Getreideprodukten wie Keksen, Kräckern, Toast- und Knäckebrot oder gerösteten Frühstücksflocken kann Acrylamid enthalten sein. Daher müssen in Kalifornien Anbieter von Kaffeeprodukten künftig vor möglichen Krebsrisiken warnen. Pommes dürfen damit nicht zu sehr frittiert, Brot muss hell gebacken werden.

Der gesundheitspolitische Sprecher der EVP-Fraktion im Europaparlament, Peter Liese, zeigte sich zufrieden mit den ergriffenen Massnahmen. Der Parlamentarier sieht in Acrylamid ein echtes Gesundheitsproblem. Um die besondere Situation von kleinen Unternehmen wie zum Beispiel Restaurants und Bäckereien zu berücksichtigen, seien hier pragmatische Lösungen gefunden worden, lobte der CDU-Europaabgeordnete die Verordnung. Wichtig sei es aber auch, die Bürger besser aufzuklären.

Die Verbraucherzentrale hat auf ihrer Webseite einige Empfehlungen zusammengefasst. Ab Mittwoch gelten für Produzenten allerdings neue Regeln für die Herstellung.

Wenn Kroketten, Toastbrot, Aufbackbrötchen & Co. zubereitet werden, sollte die Regel "vergolden" statt "verkohlen" beachtet werden. Bei der Zubereitung im Backofen bestehe im Vergleich zum Frittieren eine größere Gefahr der Acrylamidbildung. Ob die Verordnung Erfolg hat, soll in den kommenden Jahren anhand von Richtwerten überprüft werden.

Die Experten warnen: "Ganz vermeiden lässt sich das Entstehen von Acrylamid bei der Nahrungszubereitung nach heutigem Wissensstand jedoch nicht".

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