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Facebook-Chef verspricht besseren Datenschutz

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Facebook habe das Ausmaß seiner Verantwortung nicht erkannt sagte Zuckerberg.

Seinen Spickzettel benötigte der 33-Jährige nicht.

EU-Justizkommissarin Vera Jourova hat das Online-Netzwerk Facebook aufgefordert, "vollständig" mit EU-Ermittlern im Skandal um den gigantischen Datenmissbrauch zusammenzuarbeiten.

Die Notizen - die fotografiert während einer kurzen Pause fotografier wurden, als ein Berater Zuckerbergs den Ordner gerade schloss - waren umfangreich und deckten viele Fragen zu den Themen Datendiebstahl, Datensicherheit und unangemessenen Inhalten auf der Facebook ab.

Mit seinen Forderungen konfrontierte Markey den Facebook-Chef mehrfach in der Anhörung. Einige Senatoren offenbarten erschreckende Lücken darüber, wie das Geschäftsmodell von Facebook funktioniert. Zuckerberg konnte vielen Fragen ausweichen, was auch den offensichtlichen Wissenslücken der altgedienten Politiker geschuldet war.

Während der Anhörung blieb der Facebook-Chef oft im Ungefähren. Ohne hundertprozentige Erfolgsgarantie. "Es ist ein Wettrüsten", sagt Mark Zuckerberg. Es gehe auch darum, zu klären, ob das Online-Netzwerk nun eine Online-Plattform oder ein Medienunternehmen sei. Diese Daten hätte Facebook mit eigenen gesammelten Nutzerinformationen abgleichen wollen. Eine Absurdität erwähnte Luján kurz vor dem Ende seiner Redezeit noch: Nämlich eine Hilfeseite, die Nicht-Nutzern zuerst vorgibt, ihre Daten einsehen zu können, dann aber auf einen aktiven Facebook-Account verweist. 18,50 US-Dollar im Jahr, wohlgemerkt - errechnet aus 40,65 Milliarden US-Dollar Umsatz dividiert durch 2,2 Milliarden aktive Facebook-Nutzer. Aber ich will den Dingen nicht vorgreifen und bespreche jetzt erstmal das, was ich gestern während der ersten Anhörung aufgeschnappt habe. Doch der Spott ist eine Blendgranate, die Zuckerberg hilft - er lenkt ab von einem sehr viel größeren, systemischen Problem, das jede Bändigung des Datenmonopols verhindert.

Insgesamt zehn Stunden lang befragen die Ausschüsse von US-Senat und Abgeordnetenhaus Mark Zuckerberg. Herausgehört haben es Beobachter aus der Wortwahl, dass es immer auch eine kostenlose Version von Facebook geben wird. Mueller untersucht seit Mai 2017 eine mögliche russische Einflussnahme im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016.

Das galt auch für Momente, in denen Zuckerberg leicht genervt wirkte, weil er den wesentlich älteren Senatorinnen und Senatoren technische Grundlagen erklären musste. "Das war ein großer Fehler". "Es war mein Fehler, und es tut mir leid". Der ebenfalls den Republikanern angehörende John Kennedy sagte zu Zuckerberg: "Es wird eine ganze Reihe an Gesetzesanträgen geben, um Facebook zu regulieren".

Zuckerberg, der für den Auftritt Anzug und Krawatte statt des üblichen grauen T-Shirts und Jeans trug, wurde in Washington von Dutzenden Fotografen empfangen.

Wie schon am Dienstag beantwortete der Facebook-Chef diverse Detailfragen nicht direkt, sondern versprach, dass "sein Team" nachträglich in Kontakt mit den Fragestellern treten werde.

Mancher glaubt, dass sich ein Facebook-Konto nur deaktivieren lässt, es lässt sich aber auch komplett löschen. Zuckerberg zeigte sich demütig und entschuldigte sich - eine bewährte Methode. "Ich nenne das Diktatur", sagte Diamond in einem Sirius-Radiointerview. In "etwa fünf bis zehn Jahren" verfüge man über Software, die Hatespeech sicher erkennen kann, inklusive "linguistischer Nuancen". "Senator, wir schalten Anzeigen" antwortete Zuckerberg leicht verdutzt. Die meisten Nutzer würden diese Möglichkeit aber gar nicht nutzen, sagte Zuckerberg. Gleichzeitig zeigte Jourova sich über Zuckerbergs Zusage erfreut, europäische Datenschutz-Instrumente weltweit anwenden zu wollen. "So danke, Herr Zuckerberg". Apple habe seine Nutzer nie darüber informiert. Der republikanische Senator Dan Sullivan äusserte Bedenken, dass Regulierungen nur die Marktposition der grossen Konzerne zementieren könnten.

Der langjährige Chef von Cambridge Analytica, Alexander Nix, war im März suspendiert worden.

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