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Heiko Maas bezeichnet Echo für Rapper-Duo als "widerwärtig"

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Heiko Maas in Irland und Großbritannien

Wie er sich dazu äußerte und wer seiner Meinung nach gewürdigt werden soll.

Nachdem bei der Preisverleihung am Donnerstag Campino das Wort ergriff (TAG24 berichtete), meldet sich nun auch Außenminister Heiko Maas. Solche Zeilen verletzten nicht nur Holocaustüberlebende, sondern auch ihre Familien, sagte der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein.

Damit wurde ein Eklat amtlich, der sich schon bei der Nominierung ihres Albums "Jung, brutal, gutaussehend 3" abzeichnete. Die Auszeichnung erfolgte am 12. April, an dem vor allem Israel an die sechs Millionen im Holocaust ermordeten Juden erinnert. Bei Instagram postete er ein Bild, auf dem er einem Echo-Plakat den Stinkefinger zeigt und dazu unter anderem schreibt: "Farid Bang und Kollegah bekommen eine Echo!?!?" Campino hatte gesagt, Provokation sei zwar ein wichtiges Stilmittel. Eine Provokation, die auf Kosten von Minderheiten gehe und Antisemitismus bediene, überschreite eine Grenze, erklärte Campino unter großem Beifall.

Die Jusos twitterten am Freitag, es sei beschämend und ein falsches Signal, dass es nicht für einen Echo-Ausschluss gereicht habe. "Es ist sehr problematisch, dass damit auch noch Hunderttausende junger Menschen erreicht werden". "Das missbraucht die Kunstfreiheit und ist inakzeptabel".

Die Echo-Preisverleihung an diese bezeichnete er indirekt als "beschämend".

Die beiden Rapper hatten tatsächlich den Echo in der Kategorie Hip Hop Urban abgeräumt. "Der Bundesverband Musikindustrie und die Jury haben bei ihrer Entscheidung das historische Erbe Deutschlands völlig ausgeblendet", sagte er am Freitag. Campino habe dagegen dafür gesorgt, "dass nicht der Ruf der gesamten Branche ruiniert ist".

Bei der Preisverleihung selbst wurde jedoch kaum Protest laut.

Im Album der Rapper Kollegah und Farid Bang finden sich Textzeilen wie "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" und "Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm' an mit dem Molotow". Später bezeichnete er die Kritik als "stillos" und warf dem Düsseldorfer vor, sich als moralische Instanz aufzuspielen.

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