weltkunstbulletin.com

Welt

Neue Studie: Sieben Achterl Wein pro Woche verkürzen das Leben

Share
Fünfeinhalb Gläser Wein in der Woche erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Er ist mit dem Innsbrucker Neurologen Stefan Kiechl (Universitätsklinik) einer der Co-Autoren der Studie von Erstautorin Angela Wood (Abteilung für Öffentliche Gesundheit der Universität Cambridge in Großbritannien).

Bereits beim regelmäßigen Konsum von wöchentlich mehr als 100 Gramm reinem Alkohol steigt demnach die Gesamtsterblichkeit deutlich an.

"Das Mortalitätsrisiko steigt bei einem Alkoholkonsum von mehr als hundert Gramm pro Woche an".

Ein Blick auf die Herzgesundheit zeigte zudem, dass Alkohol-Konsum in Zusammenhang mit verschiedenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen stand, darunter einem höheren Risiko für Schlaganfall, Herzversagen, Aortenaneurysa oder eine lebensgefährliche Bluthochdruckerkrankung.

Schon der Konsum von 100 bis 200 Gramm pro Woche senkt die Lebenserwartung um sechs Monate, wer 200 bis 350 Gramm Alkohol pro Woche konsumiert, lebt voraussichtlich ein bis zwei Jahre kürzer und wer mehr als 350 Gramm Alkohol pro Woche trinkt (entspricht zwei großen Bier oder zwei Viertel Wein pro Tag), verkürzt sein Leben um vier bis fünf Jahre.

Für die Studie wurden Daten von fast 600 000 Trinkern aus 83 Studien ausgewertet.

Tim Chico, Professor für kardiovaskuläre Medizin an der Universität von Sheffield, ist ebenfalls besorgt über die Gesundheitsauswirkungen von Alkohol: "Ich wäre nicht überrascht, wenn die schwersten Trinker genauso viele Lebensjahre wie ein Raucher verlieren würden". Bisher war die Deutsche Gesellschaft für Ernährung davon ausgegangen, dass 140 Gramm für Männer und 70 Gramm für Frauen tolerierbar seien.

Wer Alkohol trinkt riskiert unter anderem Bluthochdruck
Wer Alkohol trinkt riskiert unter anderem Bluthochdruck. Quelle dpa

Das heißt: Schon das sechste Glas Wein oder das sechste Bier in der Woche kann die Lebenserwartung verringern und der Gesundheit schaden! Eine neue Studie belegt, dass Alkoholkonsum schädlicher ist, als bislang gedacht. Insgesamt stellen die Ergebnisse aber die weit verbreitete Annahme in Frage, dass sich moderates Trinken günstig auf die Sterberate an Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirke. "Alkohol ist eine Substanz mit relativ geringem Suchtpotenzial. Umgekehrt ist Alkohol das Suchtmittel, das die meisten Organschäden verursacht", merkte Musalek dazu an.

Wenn es um Abhängigkeit und Sucht geht, schlägt in Österreich der Alkohol alles. Rund 200.000 Menschen neigen zu exzessivem Trinken. Neun Prozent der Bevölkerung trinken vier Mal oder öfter pro Woche Alkohol.

Im Schnitt liegt jeder Bundesbürger über diesem Richtwert.

"Ein 40-Jähriger, der jeden Abend drei Gläser Wein trinkt, verliert zwei Jahre, also ein Zwanzigstel seines verbleibenden Lebens".

Frauen haben sowieso schon ein höheres Gesundheitsrisiko.

Überraschenderweise fanden die Wissenschaftler keine nennenswerten Unterschiede zwischen Männern und Frauen bei der alkoholbedingten Sterblichkeit.

Share