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Russland beschuldigt Briten, Giftgasangriff inszeniert zu haben

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Donald Trump schiebt Entscheidung zu Syrien Angriff weiter hinaus

In einer Mitteilung der Downing Street hieß es, Trump und May seien sich einig, dass der Einsatz von Chemiewaffen durch das syrische Militär "nicht unbeantwortet" bleiben könne und dass ein weiterer Einsatz von Chemiewaffen durch das Assad-Regime verhindert werden müsse. Die russische Behauptung, der Angriff sei lediglich inszeniert worden, sei falsch, erklärte die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, Sarah Sanders, am Freitag. Sie habe dafür "Beweise". Befürchtet wird eine weitere Verschlechterung des Verhältnisses zwischen den USA und Russland. Dort soll ein Laborgebäude zerstört worden sein.

Russland setzt weiter auf die Kommunikation mit Washington zur Vorbeugung militärischer Vorfälle. Pläne für den Beschuss ausgewählter Ziele wie Einheiten, die für Giftgasangriffe verantwortlich seien, sowie Kommandozentren und Start- und Landebahnen der syrischen Luftstreitkräfte lagen in den Schubladen. Trump, der zunächst einen Angriff in Syrien angekündigt hatte, twitterte, er habe nie gesagt, wann dies geschehen werde.

Trumps Tweet war der Versuch, zurückzukehren zu einer Taktik, mit der sich der US-Präsident, so sieht er es jedenfalls selbst, von seinen Vorgängern im Weißen Haus unterscheiden will. Für Frankreichs Präsident Macron und andere bestehen indessen keine Zweifel an einer neuerlichen Giftgasattacke des Diktators Bashar al-Assad.

Auch der französische Präsident Emmanuel Macron sagte, der Gebrauch chemischer Waffen sei nicht zu tolerieren. Für die syrische Armee und ihre Verbündeten bedeutet das eine enorme Entlastung. Das russische Militär verfüge über "Beweise", die eine "direkte Beteiligung Großbritanniens an der Organisation dieser Provokation in Ost-Ghuta belegen", erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau. Eine gemeinsame Ermittlungskommission der OPCW und der UN hatte Syriens Regierung in der Vergangenheit für mehrere Angriffe mit Giftgas verantwortlich gemacht.

Während die Rhetorik zwischen Washington, London und Moskau schärfer wird, leben viele Zivilisten in Syriens Hauptstadt Damaskus in Angst. Russland spricht dagegen von einer Inszenierung und weist den Vorwurf ebenso zurück wie Syrien.

Die US-Regierung hingegen sieht den Chemiewaffenangriff in Ost-Ghouta durch die syrische Armee als erwiesen an. Die USA planen, als Reaktion auf den angeblichen chemischen Angriff, der sich in Duma wenige Kilometer von Damaskus ereignet haben soll; "acht Ziele in Syrien anzugreifen, darunter zwei Flugplätze, ein Forschungszentrum und eine Chemiewaffenanlage", berichtete der US-Fernsehsender CNBC News am Donnerstag unter Berufung auf eine regierungsnahe Quelle, die aber nicht genannt wurde. Der russische UNO-Botschafter Wassili Nebensja sagte, Priorität habe derzeit vor allem, eine bewaffnete Konfrontation zwischen Russland und den USA zu vermeiden. Auch danach warfen Aktivisten und Opposition der syrischen Regierung mehrfach Angriffe mit Giftgas vor. Während Trump über Twitter einen Militärschlag des Westens in Syrien ankündigt, erklären sich Frankreich und Großbritannien solidarisch.

Frankreich will eine mögliche Entscheidung über Militärschläge allerdings geheim halten.

Nach Ansicht des russischen Außenpolitikers Konstantin Kossatschow war das Ziel des Angriffs, die Arbeit der Chemiewaffenexperten der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) zu erschweren. Russische Medien berichteten unterdessen akribisch über diverse Flüge amerikanischer Aufklärungsmaschinen im östlichen Mittelmeer sowie über Verlegungen britischer Militärmaschinen in die Region. Sie sollen herausfinden, ob in der von Rebellen kontrollierten Stadt Chemiewaffen eingesetzt wurden. Syriens enger Partner Russland warnte die USA vor "unüberlegten Schritten".

► Al-Dumair-Luftbasis: Von hier hat die syrische Armee wahrscheinlich seinen Chemiewaffen-Angriff auf Duma gestartet, der mindestens 70 Menschen tötete.

Russlands Präsident Wladimir Putin fordert nun eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates.

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