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UN-Sicherheitsrat sucht Weg aus der Blockade beim Syrien-Konflikt

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Russland hat den Luftangriff der Westmächte auf Syrien auf das Schärfste verurteilt und den Sicherheitsrat eingeschaltet.

Auch das russische Außenministerium warf den USA, Großbritannien und Frankreich vor, die Friedensbemühungen in dem Bürgerkriegsland zu gefährden. Der Westen hatte der Assad-Regierung vorgeworfen, heimlich an dem Chemiewaffen-Programm festgehalten zu haben.

Außerdem forderte der Entwurf einen "humanitären Zugang ohne Einschränkungen" in ganz Syrien.

Der Außenpolitiker Konstantin Kossatschow geht davon aus, dass der Anschlag die Arbeit der Chemiewaffenexperten untergraben sollte, die am Samstag ihre Arbeit aufnehmen wollten. Wann über den Entwurf abgestimmt werden soll, blieb hingegen offen. Nur drei von 15 Staaten stimmten für einen entsprechenden russischen Resolutionsentwurf.

In dem Entwurf wurde die "Aggression" als Verstoß gegen internationales Recht und die UN-Charta bezeichnet.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeierrief die USA und Russland auf, einen neuen Anlauf für eine Friedensinitiative zu starten. Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja nannte den Angriff eine aggressive Aktion Amerikas und seiner Alliierten.

Die derzeitige Eskalation der Situation in Syrien hat verheerende Auswirkungen auf das gesamte System der internationalen Beziehungen. "Wir hoffen, nicht zu dem Punkt zu kommen, von dem an es kein Zurück mehr gibt, dass die USA und ihre Verbündeten einen militärischen Angriff gegen einen souveränen Staat unterlassen", sagte er. Dies sei neokoloniales Auftreten und erinnere an das Verhalten von "Hooligans".

Russland agiert in Syrien als Schutzmacht Syriens. Deutschland unterstütze es, dass die amerikanischen, britischen und französischen Verbündeten als ständige Mitglieder des Uno-Sicherheitsrats in dieser Weise Verantwortung übernommen hätten. Die Assad-Regierung setze ohne jede Schuldgefühle oder Zeichen des Bedauerns Giftgas ein.

Genau wie vor einem Jahr, als die Luftwaffenbasis Schayrat in Syrien angegriffen wurde, benutzten die USA als Vorwand einen inszenierten chemischen Angriff gegen Zivilisten, diesmal in Duma, einem Vorort von Damaskus. Man könne nicht tatenlos zusehen, wie der Syrien-Verbündete Russland jede internationale Norm zertrümmere. Nach russischen Angaben wurden bei dem Raketenangriff in der Nacht auf Samstag mehr als 100 Geschosse eingesetzt, von denen das syrische Militär jedoch einen Großteil abgefangen haben soll. Ost-Ghouta, das seit 2013 von der Regierung belagert worden war, sei von "Terroristen" befreit, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf die Führung der Streitkräfte. Zuvor hatte der letzte Konvoi mit Rebellen die Stadt verlassen.

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