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Wrabetz verteidigt ORF-Korrespondenten

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ORF-STIFTUNGSRAT STEGER  WRABETZ

Für Wolf sei das vor allem daher bedenklich, weil "laut einer Vereinbarung zwischen ÖVP und FPÖ" Norbert Steger "der nächste Vorsitzende des ORF-Stiftungsrates" werden soll.

Sollen die ORF-Gebühren abgeschafft werden? Ein Drittel der Auslandskorrespondenten werde gestrichen, wenn diese sich nicht korrekt verhielten. Als Beispiel nannte er die Berichterstattung zu den jüngsten Wahlen in Ungarn, die im ORF laut Steger "einseitig" ausgefallen sei - damit keine er wohl, dass zu kritisch über Premier Viktor Orban berichtet wurde. "Die direkte und unverhohlene Bedrohung von ORF-JournalistInnen mit dem Verlust des Arbeitsplatzes durch einen ORF-Stiftungsrat hat es noch nie gegeben", der Redakteursrat protestiere daher gegen diese Form von Einschüchterung und wehre sich gegen jeden Versuch der Kontrolle der Berichterstattung durch Politiker.

- Update 14.4. 11.15: FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky empört sich über einen Tweet von ORF-Korrespondent und Redakteurssprecher Peter Fritz, ORF-Stiftungsrat Steger "hetzt gegen sein eigenes Unternehmen und bedroht einen untadeligen Kollegen", das werde die Redakteursvertreter noch beschäftigen.

Unterstützung via Aussendung bekamen die ORF-Mitarbeiter Samstagnachmittag auch von Generaldirektor Alexander Wrabetz, der sich zu der Causa zuvor schon auf Twitter geäußert hatte. Auch er betonte, dass die 16 ORF-Korrespondentenbüros unverzichtbar und eine vom Publikum "hochgeschätzte Säule" der ORF-Information seien. "Bis 2020 kommen noch 2 weitere Standorte dazu", erklärte Wrabetz. "Dieser direkte Angriff auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk von einem Aufsichtsorgan ist ein neuerlicher Tiefpunkt der Medienpolitik", kritisierte Redakteursratsvorsitzender Dieter Bornemann.

ORF-Fernsehmoderator Armin Wolf, der zuletzt im Visier der FPÖ stand, erhielt am Freitagabend in Deutschland eine besondere Ehrung: Er wurde mit dem Grimme-Fernsehpreis ausgezeichnet.

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz sprach von einer "wichtigen Partnerschaft", seitens des ORF gebe es mit Grafenegg eine "Zusammenarbeit seit der ersten Stunde". "Ich hatte nicht vor, Herrn Dr. Steger einen strafbaren Vorwurf zu machen, und bitte um Entschuldigung, falls dies so verstanden wurde". "Ein Partei-Stiftungsrat will ORF-Korrespondenten 'streichen', deren Berichterstattung ihm nicht gefällt. Könnte aus Ungarn stammen".

Vorwürfe der Hetze hält die FPÖ für "inakzeptabel und infam", denn dass ein Stiftungsrat objektive Berichterstattung und korrektes Verhalten einfordere, sei "geradezu eine Verpflichtung". In einer Aussendung forderte er eine Entschuldigung sowie Klarstellung von Steger.

Stegers Äußerungen, er wolle das Korrespondentennetz "schwächen und missliebige Korrespondenten ablösen, ist auf das Entschiedenste zurückzuweisen", erklärte Wrabetz.

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