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Zuliefererstreit: Prevent bezeichnet VW-Recherchen über Mitarbeiter als Bespitzelung

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Der bosnische Konzern sieht sich von Volkswagen ausgespäht. Quelle dpa

Es sei um Informationen über Mitglieder der Prevent-Eigentümerfamilie, zahlreiche Führungskräfte der Tochterfirmen sowie drei Anwälte der Unternehmensgruppe gegangen. Ziel sei es gewesen, mehr Transparenz über die Strukturen und Netzwerk der Unternehmensgruppe zu bekommen.

Ein VW-Sprecher hat den Vorgang laut "Bild am Sonntag" bestätigt. "Nach unseren Erkenntnissen sind die Recherchen von dem Dienstleister stets im Rahmen der rechtlichen Vorschriften durchgeführt worden", sagte ein Sprecher demnach.

Volkswagen ließt im Streit mit der Prevent-Gruppe den Zulieferer wohl beschatten. "Dies erfolgte, um unserer Verantwortung für Volkswagen und seine Mitarbeiter gerecht zu werden". Laut einem Bericht wurden Informationen von 37 Menschen beschafft.

"In Krisensituationen gehört das zu den Kernaufgaben anwaltlicher Tätigkeit, ist üblich, legal und legitim", sagte ein Vertreter des Düsseldorfer Anwaltsbüros der Deutschen Presse-Agentur.

Prevent fordert den neuen Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess auf, die Vorwürfe rasch zu untersuchen. Das Vorgehen von VW habe die Firma zutiefst schockiert, weil offenbar auch das Privatleben von Mitarbeitern ausgeforscht worden sei. Dabei habe man stets betont: Alle gesetzlichen Regeln seien einzuhalten. Nun hoffe man, dass die neue Führung im Fall einer Bestätigung der umstrittenen Schritte "die Verantwortlichen benennt, Konsequenzen zieht und solche Praktiken künftig unterlässt". Sie betreibt ein weit verzweigtes, internationales Geflecht von Beteiligungen an verschiedenen Firmen. Inzwischen hat der Autobauer die Lieferverträge fristlos gekündigt.

In Brasilien hatte es ebenfalls Ärger mit einer Prevent-Tochter gegeben. Den Konzern soll das damals einen dreistelligen Millionenbetrag gekostet haben.

Daimler liegt mit der Prevent-Gruppe in ähnlicher Weise im Clinch.

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