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Achtung Russland, Raketen werden kommen

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Wegen USA und Russland UN-Sicherheitsrat berät erneut zu Syrien Quelle dpa

Macron wies auf den Dialog mit seinem US-Amtskollegen Donald Trump hin: "Wir haben ihn überzeugt, dass es nötig ist, (in Syrien) zu bleiben", sagte der 40-Jährige mit Blick auf Trumps Ankündigung, Truppen aus dem Bürgerkriegsland abziehen zu wollen.

Wenige Stunden nach den Luftschlägen auf militärische Ziele in Syrien hat die britische Premierministerin bei einer Pressekonferenz in Downing Street betont, dies sei eine einmalige, gezielte und effektive Aktion gewesen, um den Bestand an Chemiewaffen, die das Regime von Baschar al-Assad horte und einsetze, zu vermindern und Syrien von weiteren derartige Attacken abzuhalten ("deter and degrade"). "Mach' Dich bereit, Russland, denn sie werden kommen (.)", hatte Trump am Mittwoch auf Twitter geschrieben. Moskau ist im Bürgerkrieg ein Verbündeter der syrischen Regierung; die USA sind für deren Sturz.

Kremlchef Wladimir Putin hatte zur Vernunft aufgerufen.

Der Kreml rief die USA zur Besonnenheit nach den Giftgasvorwürfen auf. An Spekulationen über einen Militäranschlag als Antwort auf den mutmaßlichen Giftgaseinsatz wollte sich Merkel nicht beteiligen. Am Mittwoch hatte May erklärt, dass "alle Hinweise" auf eine Täterschaft der syrischen Regierungskräfte bei dem mutmaßlichen Chemiewaffenangriff von Duma hindeuteten. Russland, eine Schutzmacht Assads, stellt dagegen in Frage, ob überhaupt ein Giftgasangriff stattfand. Russlands Botschafter im Libanon, Alexander Sassypkin, hatte zuvor erklärt, dass Russland - ein enger Verbündeter Syriens - jegliche US-Rakete auf Syriens Hoheitsgebiet abfangen werde.

Mehrere Versuche, unabhängige Untersuchungen in Syrien vorzunehmen, waren in der Vergangenheit gescheitert. "Wir nehmen an dieser "Twitter-Diplomatie" nicht teil, wir bevorzugen seriöse Handlungen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge. Potenzielle Angriffsziele wären damit auch US-Kriegsschiffe in der Region, wenn von denen Marschflugkörper abgefeuert würden.

Und auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat davor gewarnt, die Lage in Syrien "außer Kontrolle geraten" zu lassen. Die UN-Botschafter der fünf ständigen Ratsmitglieder mit Vetorecht - die USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich - habe er daher einbestellt, um ihnen "meine tiefe Sorge über die Risiken der aktuellen Sackgasse" klarzumachen.

Der neue Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Peter Beyer (CDU), hingegen hat sich für eine Vergeltungsaktion der USA in Syrien ausgesprochen. Für Freitag hat die UN-Vetomacht eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates zu Syrien beantragt.

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