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Bobic findet Verhalten des FC Bayern "respektlos"

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Durch die Verpflichtung von Kovac, der international als Trainer keinen großen Namen hat, betritt der FC Bayern Neuland. Am späten Donnerstagabend überschlugen sich die Ereignisse. Zuerst berichteten die "Bild" und "Sport Bild", der Trainer der Frankfurter Eintracht sei sich mit dem deutschen Rekordmeister einig. Trotzdem war die Wortwahl vielleicht nicht die richtige", erklärt Salihamidzic vor dem Duell seiner Bayern gegen Mönchengladbach am "Sky"-Mikrophon". Angeblich sei der Deal sogar schon seit zwei Wochen perfekt. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte dazu den sachdienlichen Hinweis beigesteuert, die Bayern hätten schon vor einem Jahr Kovac den Rat gegeben, sich eine Ausstiegsklausel in den Frankfurter Vertrag hineinschreiben zu lassen.

Von der Version einer "kurzfristigen Entscheidung und Einigung" auf Kovac und mit Kovac am Donnerstag rückten das Bayern-Duo nicht ab. Aber in diesem Fall war es so. Zu Kovac mochten die Bayern-Profis nur wenig sagen. "Niko redet immer mit mir, aber es sind keine Infos zu mir geflossen". Und der große FC Bayern hat ab der kommenden Saison nun einen gebürtigen Berliner als Cheftrainer. Ähnlich bedrängt fühlte er sich offenbar von der Frage, wann der erste Kontakt der Bayern mit Kovac zustande gekommen sei, dass er sich zu einem Wutausbruch hinreißen ließ, wie ihn die Fußballwelt seit Jahrzehnten von ihm kennt. Der 72-Jährige will nach dieser Saison definitiv aufhören. Thomas Tuchel hatte den Bayern eine Absage erteilt. Der Ex-Dortmunder steht nach Medienberichten vor einem Engagement beim französischen Topclub Paris Saint-Germain.

Zuletzt wurden in erster Linie Kovac, Leipzig-Coach Ralph Hasenhüttl und der Hoffenheimer Julian Nagelsmann gehandelt.

Auf der anderen Seite erzählt Uli Hoeneß in einem seiner bekannt kalkulierten Wutausbrüche vor der Kamera die rührende Geschichte vom zufälligen Zusammentreffen mit Kovac beim Geburtstag seines kroatischen Fahrers und versteigt sich zu dem Orwell'schen Fazit, man habe das alles nur getan, "um Eintracht Frankfurt zu schützen".

Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic hatte bereits zuvor gesagt: "Ich kann natürlich die Enttäuschung von Fredi Bobic verstehen". Ich kann nachvollziehen, dass Fredi nicht glücklich ist, wenn ein Trainer, mit dem sie zwei Jahre erfolgreich zusammengearbeitet haben, den Club verlässt. "Niko ist einer, der die DNA des Klubs kennt". Zuvor war er Nationaltrainer in Kroatien und Co-Trainer in Salzburg.

Die Bedenken unter den Bayern-Fans, dass Kovac in seiner Trainerkarriere noch kein Champions-League-Spiel bestritten und noch keinen Titel gewonnen hat, wischte am Freitag sein Vorgänger vom Tisch. Dies dürfte höchstwahrscheinlich nur nach Absprache mit dem neuen Trainer erfolgt sein. In Leverkusen gibt es für die Eintracht eine deutliche Niederlage.

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