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Präsidentenwahl Montenegro: Langzeitpremier klar vor Mitbewerbern

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Djukanovic war bereits einmal Präsident Montenegros

Das Comeback ist geglückt.

Der frühere montenegrinische Langzeitpremier Milo Djukanovic liegt bei der Präsidentschaftswahl vom Sonntag wie erwartet klar vor seinen sechs Mitbewerbern.

Djukanovic steht für einen klar pro-westlichen Kurs und eine weitere Anbindung seines Landes an die EU. Er verwahrt sich gegen einen zu großen Einfluss Russlands und will sich jetzt an die Europäische Union annähern. Er ließ sich als "Anführer, Staatsmann und Präsident aller Bürger" feiern. Brüssel hält eine EU-Mitgliedschaft bis 2015 für möglich. Drei von ihnen bekamen weniger als ein Prozent der Stimmen.

Zweitplatzierter ist demnach Mladen Bojanic, der Kandidat mehrerer Oppositionsparteien, mit 41,67 Prozent der Stimmen. Am Wahlabend ging Bojanic hart mit dem Wahlsieger ins Gericht: "Ich werde nicht gratulieren, weil ich nicht weiß, wozu ich gratulieren sollte". Gegner werfen Djukanovic autoritäres Gebaren, Korruption, Vetternwirtschaft und Verbindungen zur organisierten Kriminalität vor. Weil er mehr als ein Drittel der Stimmen auf sich vereinen konnte gilt Bojanic für die zersplitterte Opposition nun als Hoffungsträger. Sein Gegenkandidat Bojanic sagte bei der Stimmabgabe, Djukanovic wolle Montenegro in eine "Diktatur" verwandeln. Wie genau, werden wir noch sehen. Djukanović ist Chef der sozialistischen Regierungspartei.

Djukanovic war 2016 als Ministerpräsident zurückgetreten und hatte sein Amt an einen Vertrauten weitergegeben.

Der Wahlstab von Djukanovic, dem Kandidaten der regierenden Demokratischen Partei der Sozialisten (DPS), vermeldete indes einen "historischen Sieg". Deshalb habe man sich entschieden, den politischen Übervater ins Rennen zu schicken. Djukanovic (56) war ab 1991 nicht nur die längste Zeit Regierungschef des kleinen Balkan- und Adria-Landes, das aus Jugoslawien hervorging, er war auch schon einmal Staatspräsident: von 1998 bis 2002. "Diese Machtkonzentration wird in der kommenden Zeit sehr interessant sein".

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