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Syrien: Nach Bomben ist nun Diplomatie am Wort

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Syrische Boden-Luft-Raketen im Einsatz gegen US-geführte Angriffe

Wie schwierig das wird, ist natürlich auch der Bundesregierung bewusst.

Wenn Washington und Moskau in der Syrien-Frage nicht zueinanderfänden, seien die Chancen für eine Verbesserung der Lage in Syrien "gleich null". "Einmal mehr bestätigen die USA und die Achse zur Unterstützung des Terrors, dass sie gegen internationales Recht verstoßen, über das sie bei den Vereinten Nationen prahlerisch reden", meldete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana. Sie fordern darin unter anderem die syrische Regierung auf, sich "konstruktiv" an Friedensverhandlungen zu beteiligen. Dies stünde in der Tradition Österreichs und sie werde das bei ihrem Besuch kommende Woche in Moskau sowie beim heutigen EU-Außenrat gegenüber dem britischen Außenminister Boris Johnson thematisieren. Was erwartet er von Deutschland?

Der Global-Times-Kommentator befürchtet ohnehin schon, dass der Militärschlag negative Auswirkungen auf die bevorstehenden Gespräche zum einen zwischen den beiden koreanischen Staaten und zum anderen zwischen Nordkoreas Nummer eins Kim Jong-un - der Vorsitzender der Regierungspartei und oberster Befehlshaber der Streitkräfte ist, aber nicht formales Staatsoberhaupt - und US-Präsident Donald Trump.

Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian sagte dem Sender TF1, man werde bereits am Montag Initiativen ergreifen - "im Sicherheitsrat in New York, in Brüssel beim Außenministertreffen - um mit allen, die das wollen, den Fahrplan festzulegen". Merkel ist derzeit die einzige westliche Politikerin die sowohl gute Kontakte zu Trump, Macron und May als auch einen einigermaßen belastbaren Draht zu Putin hat. Steinmeier sprach im Weiteren von einer "galoppierenden Entfremdung" zwischen Russland und dem Westen.

Bei seiner Ansprache in der Nacht des zweiten Vergeltungsschlags versicherte Trump dem Diktator zwischen den Zeilen, solange dieser keine Chemiewaffen gebrauche, werde er ihn nicht daran hindern, sein Schlachten mit konventionellen Waffen fortzusetzen. Der Einsatz von Chemiewaffen könne unter keinen Umständen geduldet werden. Hat die Aussicht auf Erfolg?

Auch Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hatte sich für einen "neuen, kraftvollen Einstieg" in die festgefahrenen Verhandlungen über eine politische Lösung des Syrien-Konfliktes ausgesprochen.

Präsident Putin und seine Regierung haben der Welt 2013 eine Garantie versprochen, dass die chemischen Waffen Syriens beseitigt werden.

Moskau/Washington - Den syrische Machthaber Baschar al-Assad bringen Raketenangriffe zumindest offiziell nicht aus der Ruhe. Russland war mit einem Resolutionsentwurf, der den Angriff verurteilt hätte, gescheitert. Dass der Überfall für den Vorabend dieser Untersuchungen befohlen wurde, signalisiert: Der Schuldige ist längst bestimmt. "Wir sagen Trump, du kannst nichts machen".

Russland rechnet nach den Luftangriffen mit einem strategischen Dialog mit den USA.

Bei dem Luftschlag auf den Militärstützpunkt Al Schairat vor einem Jahr war das auch so. Ruslan Puchow, Chef des renommierten Moskauer Instituts für Strategieanalyse, sagte der Zeitung "Wedomosti": "Trump hat erneut bewiesen, dass er unberechenbar ist. Es ist gut, dass die USA den Verteidigungsminister James Mattis haben, der dessen Ambitionen auf einen symbolischen Schlag begrenzte". Alles sei im erwartbaren Rahmen geblieben, lautet in Moskau das inoffizielle Echo auf den Angriff. Regionen, in denen russisches Militär stationiert ist, wurden ausgenommen. Die AfD warf Merkel vor, den Militärschlag befürwortet zu haben, obwohl die Beweislage für eine Verantwortung der syrischen Armee äußerst dünn sei.

Im Norden Syriens erschütterte am späten Abend eine schwere Explosion ein Gebiet, in dem iranische Truppen stationiert sind.

Wann es zu einer Abstimmung im UN-Sicherheitsrat über den Entwurf kommen könnte, war zunächst unklar. Lediglich China und Bolivien stimmten für eine Verurteilung des Angriffs. Selbst die Türkei schlug sich jetzt nicht auf die Seite Putins.

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