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Westen führt Militärschläge auf Syrien aus

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Amerikaner, Briten und Franzosen greifen Ziele in Syrien an - Russland droht mit Konsequenzen

Syrien sowie Russland bestreiten das und werfen den drei Ländern vor, gegen das Völkerrecht verstoßen, die Souveränität des syrischen Staates verletzt und trotz nicht hinlänglicher Beweise angegriffen zu haben.

Im Visier hatten die Alliierten offenbar drei Ziele, davon zwei bei Homs und eines in der Hauptstadt Damaskus. Das syrische Fernsehen berichtete von drei Verletzten.

Die USA, Großbritannien und Frankreich hätten den mutmaßlichen Giftgasanschlag auf die syrische Stadt Duma in Ost-Ghuta lediglich als Vorwand für ihr Vorgehen genutzt, hieß es Putins Erklärung. "Es sind die Verbrechen eines Monsters". Noch bevor Trump sich in seine Privaträume zurückzieht, melden Verteidigungsminister James Mattis und Generalstabschef Joseph Dunford "erfolgreichen Vollzug".

Der russische Generaloberst Sergej Rudskoj schloss nicht aus, dass Russland der syrischen Regierung künftig Abwehrraketensystem des Typs S-300 zur Verfügung stellt.

Die USA und Frankreich machten klar, erneut angreifen zu wollen, wenn Assad erneut Chemiewaffen einsetzen sollte.

"Mission erfüllt" feierte Donald Trump den Ausgang der Strafaktion gegen das syrische Regime Baschar al-Assads für den Einsatz von Chemiewaffen gegen Zivilisten in Duma. Weitere Angriffe seien nicht geplant. Russland und Iran halten dagegen an ihm fest.

An Russland und den Iran gerichtet, fragte Trump: "Was für eine Art Nation würde im Zusammenhang stehen wollen mit dem Massenmord an unschuldigen Männern, Frauen und Kindern?" Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen müsse jetzt vereint die Initiative ergreifen, "um den Schutz der Zivilbevölkerung sicherzustellen und damit dieses Land endlich den Frieden wiederfindet", teilte der Élyséepalast mit. Zudem sind Assads Truppen seit der Unterstützung durch die russische Luftwaffe und vom Iran gesteuerter Milizen auf dem Vormarsch.

Erst vor einem Jahr hatte das US-Militär die syrische Luftwaffenbasis Schairat beschossen - damals als Reaktion auf einen Giftgasangriff mit Dutzenden Toten auf die Stadt Chan Scheichun.

Damaskus wies diese Vorwürfe zurück. So lange nämlich, bis die Kontrolleure der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen vor Ort ihre Arbeit getan haben. "Wir hätten einen anderen Weg bevorzugt". Es gebe auf beiden Seiten "praktisch keine Vertrauensbasis mehr". "Wenn unser Präsident eine rote Linie zieht, verschafft unser Präsident der roten Linie Geltung", sagte Haley. "Also befahl ich den französischen Streitkräften, einzugreifen". Bundeskanzlerin Merkel bezeichnete die Angriffe als "angemessen", Bundespräsident Steinmeier rief die USA und Russland auf, einen neuen Anlauf für eine syrische Friedensinitiative zu starten.

Anders als im vergangenen Jahr informierten die Amerikaner Russland diesmal nicht darüber, dass eine Attacke bevorsteht. Es bestehe Grund zu der Annahme, dass die USA nun an Gesprächen interessiert seien, sagte Wladimir Ermakow, Chef der Abteilung für Rüstungskontrolle im russischen Aussenministerium.

2017 hatte Washington Moskau noch genauer über den bevorstehenden Militärschlag in Kenntnis gesetzt. Russische Experten hätten keine giftigen Substanzen gefunden, die den Anschlag bestätigten würden.

Alle Beteiligten mussten abwägen, zwischen Abschreckung und limitiertem Engagement - das wird deutlich, je mehr Details über die Luftschläge an die Öffentlichkeit gelangen. Parallel dazu mehren sich die Anzeichen, dass die Machthaber in Damaskus ein Nachkriegssyrien planen, in dem Millionen von Regimegegnern, die sich derzeit als Flüchtlinge außerhalb ihrer Heimat aufhalten, keinen Platz mehr haben sollen. Es gehe nicht darum, in einen Bürgerkrieg einzugreifen. "Es geht nicht um Regimewechsel". Das nicht zuletzt durch törichte Twitter-Beiträge Trumps ausgelöste Geraune über eine angeblich drohende Konfrontation der Großmächte hat sich vorläufig erledigt. "Mit Abstand!" Gut, dass der US-Präsident nichts Wichtigeres zu tun hat. Eine klare Nahost-Strategie Washingtons ist nicht erkennbar. Der Angriff sei "illegal", so Kaine, da die Zustimmung des Kongresses fehle.

Berlin (ots) - Kurzform: Trumps Angriffsbefehl gehorcht vor allem innenpolitischen Kosten-Nutzen-Abwägungen.

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