weltkunstbulletin.com

Unterhaltung

Künstler geben Echo zurück - Peter Maffay fordert Rücktritt der Verantwortlichen

Share
Echo 2018- Debatte um Rapper Text von Kollegah und Farid Bang dominiert die Verleihung

Wegen des Proteststurms nach der Echo-Verleihung an die Rapper Kollegah und Farid Bang will der Veranstalter das Konzept erneuern.

Als Musikproduzent brachte er in Deutschland Trio während der Neuen Deutschen Welle groß heraus und arbeitete u.a. auch mit Nena, Marius Müller-Westernhagen und Heinz Rudolf Kunze zusammen. Dies schließe eine umfassende Erneuerung der Mechanismen von Nominierung und Preisvergabe ein.

Während der Echo-Gala hatte sich nur der Frontmann der Toten Hosen, Campino, kritisch zu den "antisemitischen, frauenfeindlichen und homophoben" Texten der Rapper geäußert. Mit der Rückgabe des Preises wolle er "sein Unverständnis ausdrücken gegenüber der Verantwortungs- und Geschmacklosigkeit aller verantwortlichen Beteiligten, die es nicht geschafft haben, rechtzeitig Konsequenzen zu ziehen". Auch Rita Ora und Jason Derulo gaben sich die Ehre - hier kommen die Bilder des Abends! Doch für ihn sei "diese Grenze überschritten, wenn es um frauenverachtende, homophobe, rechtsextreme und antisemitische Beleidigungen gegen Andersdenkende geht und auch um die Diskriminierung jeder anderen Religionsform".

Die Verleihung der Echo-Trophäen richtet sich in den meisten Kategorien nach dem Ergebnis der Verkäufe und einer darauf folgenden Juryabstimmung. Im Fall des Rap-Albums hieß es vor der Verleihung, die künstlerische Freiheit sei in dem Text "nicht so wesentlich übertreten", dass ein Ausschluss gerechtfertigt wäre.

Diese Nachricht wurde am 16.04.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet. "In diesem Sinne war Ihre Entscheidung katastrophal".

Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) erklärte, das Album der Rapper stehe bei dem Sender auf dem Index.

Beim Südwestrundfunk (SWR) hält man es genauso. "Weil es von den inhaltlichen Aussagen nicht tragbar ist". Es sei eine makabre Doppelmoral, sich von den Inhalten zu distanzieren und diese dennoch zur Primetime auszustrahlen.

Zudem habe sich der Echo zu einem reinen Vermarktungsmodell entwickelt. "Diese Entscheidung akzeptieren wir", erklärte der Sender auf Anfrage. In eine ähnliche Kerbe schlug der jüdische Comedian Oliver Polak: "Dass der Echo diese beiden 'Künstler' am Holocaustgedenktag auftreten lässt, ist an Zynismus und Rohheit nicht zu übertreffen". Ob Vox nächstes Jahr wieder übertragen wird, ist noch offen.

Share