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Medizin

Wird der Alkohol bald teurer? AKTUALISIERT

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Wie in Schottland: Wenn billiger Alkohol teurer wird

Bei einem Mindestpreis entsprechend dem schottischen Vorbild müsste die Halbliterflasche mindestens 1,40 Euro kosten - eine Preissteigerung von rund 60 Prozent. Und auch in Deutschland denken Experten und Politiker laut über eine drastische Preiserhöhung nach.

Diese Nachricht wurde am 04.05.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

Ein Szenario, das in Deutschland tatsächlich bald Realität werden könnte: "Wir können uns nicht zurücklehnen und abwarten, sondern müssen gemeinsam weiter nach passenden Lösungsansätzen für Deutschland suchen", sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), den Zeitungen der Funke-Mediengruppe mit Blick auf den Alkohol-Mindestpreis.

►Nach wie vor trinkt jeder Deutsche über 15 Jahre aber 10,7 Liter Reinalkohol im Jahr.

Seit mehreren Jahren sinkt immerhin der Alkoholkonsum insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Mit dem Mindestpreis von umgerechnet 57 Cent pro zehn Milliliter purem Alkohol möchten die Schotten die Zahl der Alkoholtoten senken.

Als erstes Land weltweit hat Schottland einen Mindestpreis für Alkohol eingeführt.

In Deutschland sterben demnach jedes Jahr mehr als 20.000 Menschen an den direkten Folgen ihres Alkoholkonsums.

Auch der Suchtexperte des AOK-Bundesverbands, Kai Kolpatzik, plädierte für höhere Verkaufspreise: "Deutschland zählt zu den Hochkonsumländern". Dass vor 14 Jahren eine Steuer auf sogenannte Alkopops eingeführt wurde, habe gezeigt, "wie wirksam man über gezielte Besteuerung eine positive Lebensstiländerung auf breiter Front einleiten" könne. Es sei nämlich nachgewiesen, dass "insgesamt umso mehr Alkohol getrunken wird, je niedriger sein Preis ist", sagte Gaßmann. Das Verhalten von Alkoholkonsumenten zu ändern sei aber nicht nur Sache der Politik.

Wie funktioniert ein Mindestpreis für Alkohol?

Die Regierung in Schottland hat angesichts des Zusammenhangs zwischen Verbrauch und Schaden und der Tatsache, dass die Erschwinglichkeit von Alkohol einer der Hauptfaktoren für den angestiegenen Verbrauch ist, die Preisgestaltung von Alkoholika reguliert.

Der SPD-Mann schlägt vor, zum Beispiel die Platzierung von "Lockangeboten" an Supermarktkassen (kleine Flaschen zu günstigen Preisen) nicht länger zu dulden. Schon bei ersten Anzeichen sollte es niedrigschwellige Hilfsangebote geben.

Wie viel Alkohol ist eigentlich noch in Ordnung?

"Das Problem ist doch, dass Alkohol in unserer Gesellschaft viel zu allgegenwärtig, viel zu selbstverständlich ist".

"Es kann niemandem geraten werden, mehr als zwei Bier oder zwei Viertel Wein am Tag zu konsumieren", sagt der Hauptautor des Bandes, der Innsbrucker Psychiater Sergei Mechtcheriakov. Etwa 200 Krankheiten werden durch den Alkoholkonsum mitverursacht, so erhöht er beispielsweise das Risiko von Krebs und Herzkreislauferkrankungen.

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