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Google zeigt die Zukunft: Wie der Assistent selbst Anrufe tätigt

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Künstliche IntelligenzGoogle-Assistent bucht Friseurtermin
10. Mai 2018
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Das Google Logo

"Hi, ähm, ich möchte einen Tisch für Mittwoch, den 7. reservieren". Damit Kinder sich durch das Herumkommandieren der Software nicht einen rüden Umgangston angewöhnen, wird der Assistant sie loben, wenn sie höflich zu ihm sind und "bitte" sagen. Doch: Da rief kein Mensch in dem Lokal an, sondern der Google Assistant, die sprechende Software des Internet-Konzerns.

Als Vorgabe hatte der Sprachassistent lediglich einen Tag und einen Zeitraum genannt bekommen.

Perfekt ist Googles künstliche Intelligenz natürlich trotzdem noch lange nicht, wie der zweite Beispielanruf bei einem Restaurant zeigt, der etwas anders als erwartet ablief.

Eine der neuen Stimmen für Google Assistant stammt vom Musiker John Legend - insofern kann dieser später dann wohl auch einmal für Anrufe via Duplex genutzt werden. Die Pausen und "ähms" und "hms" lassen den Google-Assistenten sogar noch menschlicher klingen als die erfundenen Computer-Assistenten in Filmen.

Die vom Computer generierte Stimme war von einem Menschen nicht zu unterscheiden. Dort, wo Duplex aktiv ist, soll der Gesprächsverlauf aber so "natürlich" wie möglich ablaufen. Zur Folge hat dies, dass sich so ein Gespräch schon sehr natürlich anhört.

An dieser Technologie mit dem Namen Google Duplex arbeite Google bereits seit Jahren, sagt Google-Chef Sundar Pichai.

In einem Blogpost erklärt Google die Technologie und präsentiert weitere Beispielanrufe. Duplex befindet sich noch in der Testphase und bislang ist vollkommen unklar, wann wir Telefonate tatsächlich an die künstliche Intelligenz delegieren können. Beweisen muss Google auch noch, dass dies nicht nur auf Englisch, sondern auch in anderen Sprachen so gut funktioniert.

Müssen sich Computer als Computer zu erkennen geben?

Die Konsequenzen sind klar: Wir werden es in absehbarer Zukunft mit Maschinen zu tun haben, die am Telefon nicht von Menschen zu unterscheiden sind. Das wirft neue Fragen auf. Gibt es dann keine Robo-Calls mehr, die auch als solche erkennbar sind? Was bedeutet das für Medien wie das Radio?

Bei beiden Anwendungsbeispielen verblüfft sowohl die natürliche Interaktion von Duplex als auch die Sprachqualität.

Die Funktion sei noch in Entwicklung, betonte Pichai. Was Google auch daraus machen wird, es bleibt spannend. Dabei ging es darum, einen Termin beim Friseur und einen Tisch in einem Restaurant zu reservieren. Das kann auch für Unternehmen gut sein, wenn dadurch Anrufabwicklungen gespart werden, weil die Informationen anderweitig verfügbar sind.

Ebenso sieht Google eine Anwendung von Duplex, um generell Informationen über Geschäfte zu sammeln. Und die steckt vor allem im Google Assistant, der smarten Sprachsteuerung von Google. Datenschutz war kein prominentes Thema - schließlich laufen die ganzen coolen Funktionen auch nicht ohne den Zugriff auf Nutzerinformationen. Für sein Nachrichten-Portal Google News stellte Google auch angesichts dessen Neuerungen vor, die ebenfalls auf künstlicher Intelligenz basieren. Seine Eröffnungs-Keynote der Google I/O war von einer heutzutage ungewöhnlichen, nahezu fröhlichen Technik-Begeisterung geprägt. Dieser reagiert auf die Forderung von Kaufmann nach einer Ehe für alle.

Chattest du etwa mit einem Computer?

Nun will er die Zurich Pride besuchen.

Der Grund dafür ist Christian Ineichen, der Präsident der CVP Luzern.

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