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US-Rückzug von Iran-Abkommen treibt Ölpreise nach oben

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Wild gestikulierende Männer mit einer brennendem Papier

Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Juni kletterte um 1,60 Dollar auf 70,66 Dollar.

Es ist wahrscheinlich, dass die USA nach 180 Tagen wieder Sanktionen gegen den Iran auferlegen wird, falls es zu keinem Deal kommt. Das waren die jeweils höchsten Stände seit November 2014 und rund ein Dollar mehr als am Vortag. Dagegen leiden Reise- und Freizeitaktien unter dem steigenden Ölpreis.

Die USA hatten sich am Vorabend trotz des deutlichen Widerstands europäischer Partner aus dem Atomdeal mit dem Iran zurückgezogen. Daher halten es Fachleute für unwahrscheinlich, dass der Ölriese Saudi-Arabien - wie früher - Angebotsausfälle ausgleichen könnte. Der weltweit größte Ölproduzent deutete am Mittwoch eine Erhöhung seiner Fördermengen an. Um Versorgungsengpässe zu vermeiden, werde man mit den großen Produzenten und Verbrauchern innerhalb und außerhalb der Opec sprechen, kündigte man an. "Saudi-Arabien fühlt sich der Unterstützung stabiler Öl-Märkte zum Wohle von Produzenten und Verbrauchern sowie der Nachhaltigkeit des weltweiten Wachstums nach der Entscheidung verpflichtet", erklärte ein Vertreter des saudischen Energieministeriums am Mittwoch nach einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur SPA. Aktuell holt das Land pro Tag etwa 3,8 Millionen Fass Rohöl aus dem Boden. Ein Ausstieg aus dem Abkommen dürfte weitreichende Folgen für den iranischen Erdölexport haben und zu einer weiteren Verunsicherung im Nahen Osten führen, einer Region, in der ein Drittel des Weltbedarfs an Erdöl produziert wird. Deswegen könnte sich Brent demnächst noch bis auf rund 90 Dollar verteuern. Laut den Daten lag die tägliche Fördermenge der OPEC bei 31,93 Mio.

Ferner ist das globale Rohölangebot knapp, weil die Förderung im Krisenland Venezuela, das im Besitz der größten Ölreserven der Welt sein soll, in den vergangenen Jahren dramatisch geschrumpft ist. Hinzu kommt eine solide wachsende Weltwirtschaft, die für eine steigende Nachfrage nach Erdöl sorgt.

Der Iran ist der drittgrößte Exporteur der Gemeinschaft erdölexportierender Länder (Opec) nach Saudi-Arabien und dem Irak. Die wichtigsten Abnehmerländer für iranisches Öl sind China, Indien, Japan und Südkorea.

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