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NSU-Prozess: Wohlleben-Verteidiger sollen plädieren

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NSU-Prozess in München Freispruch für Wohlleben

Nur deshalb, weil der NSU-Prozess ein "Politikum" sei, dauere die U-Haft an. Sie warfen dem Gericht klare Befangenheit, mangelndes Interesse an der Wahrheit und die aktive Verhinderung umfassender Aufklärung vor.

Mit scharfen Angriffen gegen staatliche Stellen und die Richter des Münchner Oberlandesgerichts (OLG) hat am Dienstag in Deutschland das Plädoyer der Verteidigung für Ralf Wohlleben begonnen, einen der fünf Angeklagten im Münchner NSU-Prozess. Überdies sei Wohlleben unschuldig.

Schneiders gehört, ebenso wie Wohllebens anderen Anwälte Olaf Klemke und Wolfram Nahrath, selbst der rechten Szene an.

Schneiders, die ebenso wie ihr Mandant Wohlleben einst NPD-Mitglied war, argumentierte, die Beweislage reiche für eine Verurteilung nicht aus.

Schneiders griff das Gericht frontal an. Wohlleben, der "böse Nazi", solle "unter Aufgabe rechtsstaatlicher Grundsätze das Bauernopfer werden".

Ralf Wohlleben im Gerichtssaal in München. Sollten die Richter ihn dennoch verurteilen, versündigten sie sich nicht nur an ihrem Richtereid, sondern auch an ihrem Gewissen, sagte Schneiders.

Schneiders griff auch gängige Verschwörungstheorien auf.

Hauptangeklagte im NSU-Prozess ist Beate Zschäpe, die fast 14 Jahre mit Böhnhardt und Uwe Mundlos im Untergrund lebte. Er sprach von "Politikerdarstellern der herrschenden Kaste", einem "Schuldkult" der Deutschen, warf der Bundesanwaltschaft "offen zur Schau gestellte Arroganz" vor. Dabei geht es erneut um die Mordwaffe des NSU vom Typ "Ceska".

Davon habe Wohlleben nichts gewusst, meinte Schneiders. Dafür hat die Bundesanwaltschaft zwölf Jahre Haft für ihn gefordert. Unter den von der Anklage geforderten zwölf Jahren "werden Sie es wohl kaum machen wollen - wir sind ja schließlich in Bayern". Für Zschäpe hat die Bundesanwaltschaft lebenslange Haft beantragt, während ihre beiden Wunschverteidiger höchstens zehn Jahre für angemessen halten.

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