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"Stern": Russland erlaubt ARD-Dopingexperten doch die Einreise

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Darf nun doch nach Russland zur Fußball-WM reisen Journalist Hajo Seppelt

Nachdem er zuletzt in Russland zur "unerwünschten Person" erklärt worden war, erhält der ARD-Dopingexperte nun doch ein Visum für die Fußball-WM im kommenden Sommer.

Die Bundesregierung hatte die russische Regierung zuletzt aufgefordert, das Einreiseverbot für Seppelt zurückzunehmen. Die Entscheidung der russischen Behörden, das Visum des Dopingexperten für ungültig zu erklären, halte die Bundesregierung für falsch, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel appellierte an Moskau, eine Einreise des Journalisten zu ermöglichen. Seppelt, der das Staatsdoping 2014 in Russland mit aufgedeckt hatte, stehe auf der Liste der "unerwünschten Personen". Der Weltfußballverband warte nun auf Informationen aus Russland, sagte ein Sprecher. "Wir sind der Überzeugung, es stünde Russland als Gastgeber schlecht an, wenn es so offensichtlich die Presse- und Meinungsfreiheit vor den Augen der Welt beschnitte". Die Fifa sagte am Montag, sie habe dem Akkreditierungsgesuch Seppelts zugestimmt. Einer Sprecherin des Auswärtigen Amts zufolge gibt es über die beiden Botschafter Gespräche zwischen den Regierungen über eine Einreise Seppelts.

Der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) nahm ebenfalls ausführlich Stellung. Moskau verweigert das Visum. "Gefordert ist damit auch der DFB, der bei der Fifa zu diesem Zweck vorstellig werden sollte", schrieb VDS-Präsident Erich Laaser auf der Homepage. "Andererseits hat aber auch die ARD eine Sorgfaltspflicht ihren Mitarbeitern gegenüber", betonte Laaser und sprach den Sicherheitsaspekt für Seppelt bei der Arbeit in Russland an. Er trug damit maßgeblich dazu bei, das russische Doping-System aufzudecken.

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