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Gewalt in Gaza: Türkei verweist Israels Botschafter des Landes

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Proteste in der Türkei zu Massakern im Gazastreifen

Nach israelischen Angaben wurden alle 86 Länder mit diplomatischen Vertretungen zu der Feier eingeladen, von denen Botschafter Martin Weiss zufolge nur 34 teilgenommen haben.

Am Montag war die neue US-Botschaft in Jerusalem feierlich eingeweiht worden.

Gaza.Nach der Gewalt an der Gaza-Grenze mit Dutzenden getöteten Palästinensern lehnen die USA eine unabhängige Untersuchung der Konfrontationen ab.

Ungeachtet internationaler Kritik wollte nach den USA auch Guatemala am Mittwoch seine neue Botschaft in Jerusalem eröffnen. Es verurteile die "wahllose und gravierende" Gewalt, erklärte das Außenministerium in Pretoria. Es bedürfe einer unabhängigen Untersuchung, damit die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden.

Am Montag hatte es in der Türkei landesweite Solidaritätsbekundungen mit den Palästinensern gegeben - darunter auch in Istanbul mit mehreren tausend Teilnehmern. Palästinenser-Präsident Abbas warf Israel ein "Massaker" vor und kündigte eine dreitägige Staatstrauer an. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verurteilte am Montag "die Gewalt der israelischen Streitkräfte gegen die Demonstranten" und beklagte "die große Zahl ziviler palästinensischer Opfer in Gaza heute und in den vergangenen Wochen".

Der Franzose erinnerte an die Missbilligung seines Landes für die amerikanische Entscheidung zur Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem. Nach Ansicht der internationalen Gemeinschaft muss der Status der Stadt in gemeinsamen Friedensgesprächen zwischen Israelis und Palästinensern festgelegt werden. Am Dienstag will sich Macron mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu austauschen. Zuvor hatten die langjährigen Verbündeten ihre Botschafter schon einmal abgezogen, nachdem israelische Soldaten eine türkische Hilfsflotte für den Gazastreifen gestürmt und zehn türkische Aktivisten getötet hatten. Deutschland habe aber Verständnis für die Sicherheitsbelange Israels, machte Merkel nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert in einem Telefonat mit Netanyahu deutlich.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte das Vorgehen der israelischen Armee als "eine schändliche Verletzung des Völkerrechts und der Menschenrechte im Gazastreifen". Bei den Protesten waren mindestens 58 Menschen ums Leben gekommen.

Israel wirft jedoch der im Gazastreifen herrschenden Hamas vor, Zivilisten im Konflikt auf zynische Weise als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. Die Trauer der Palästinenser über die Toten mischte sich an dem Tag der Nakba (Katastrophe) auch mit dem Zorn über die Vertreibung und Flucht Hunderttausender Palästinenser im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948.

Das Weiße Haus sieht die Verantwortung für die Gewalteskalation bei der Hamas. Die israelische Armee rechtfertigte ihr Vorgehen mit Hinweis auf "beispiellose Gewalt" der Palästinenser, die Soldaten mit Brandbomben und Sprengsätzen beworfen hätten. Deshalb sei es auch nicht nötig, Israel zur Zurückhaltung aufzurufen, sagte Trumps Sprecher Raj Shah. Unter den Mitgliedern des UNO-Sicherheitsrats kursierte am Montag der Entwurf für eine gemeinsame Stellungnahme zu der Gewalt, in der auch eine solche Untersuchung gefordert wurde.

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