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Stellenabbau bei Deutscher Börse trifft auch das Management

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Aufsichtsratschef Joachim Faber kündigte seinen mittelfristigen Rückzug

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Börse, Joachim Faber, kann trotz viel Kritik von Aktionären seine dritte Amtszeit antreten. "Wir werden dort bis zu 50 Stellen abbauen, um die Organisation effizienter und agiler zu machen", sagte Weimer am Mittwoch laut Redetext auf der Hauptversammlung des Finanzkonzerns in Frankfurt.

Einige Investoren der Börse und Stimmrechtsberater hatten zuletzt gefordert, Faber - dem viele eine Mitschuld für die Insideraffäre um den zurückgetretenen Vorstandschef Carsten Kengeter im vergangenen Jahr geben - müsse spätestens nach einem weiteren Jahr an der Spitze des Aufsichtsrats seinen Hut nehmen. "Ich möchte mir allerdings vorbehalten, einen Übergang im Vorsitz des Aufsichtsrats im Laufe der neuen Wahlperiode vorzubereiten".

Der Sparkurs des neuen Deutsche-Börse-Chefs Theodor Weimer wird auch das Management des Börsenbetreibers treffen. Der geplante Zusammenschluss mit der Londoner Börse LSE scheiterte auch deshalb, weil den Verantwortlichen der Deutschen Börse ein Plan B für den Fall des Brexit zu fehlen schien. Ein Zeitpunkt dafür sei zwar noch nicht absehbar. Im Zuge der Fusionsbemühungen war Ex-Vorstandschef Kengeter in den Verdacht des Insiderhandels geraten. Im Dezember 2015 hatte er 60.000 Deutsche-Börse-Aktien im Wert von 4,5 Millionen Euro gekauft. Der Konzern packte rund 70.000 Aktien obendrauf. Gegen Kengeter wird wegen des Verdachts auf Insiderhandel ermittelt. Die Ermittlungen gegen Kengeter dauern an. Faber bekam 85,55 Prozent und darf mit einem Abstimmungsergebnis von 95,22 Prozent wieder in den Aufsichtsrat einziehen. Der hat sich seit seinem Amtsantritt zu Beginn des Jahres zur Aufgabe gesetzt, den Börsenbetreiber für die Zukunft fit zu machen. Die Neuaufstellung schlägt einmalig mit rund 200 Millionen Euro zu Buche. Große Fusionsversuche peilt Weimer nicht an, zeigt sich für kleinere Zukäufe aber offen.

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