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Verdächtige Werte von Ozonkiller FCKW entdeckt - die Spur führt nach Ostasien

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Die Ozonschicht im Vergleich 2013 hat sich die Situation am Ozonloch über der Südhalbkugel im Gegensatz zu 2006 verbessert

Das Ozonloch über der Antarktis am 24.9.2006 (r.) und am 9.6.2013 auf einer Computergrafik. Für diese Gruppe von Stoffen gilt seit 2010 ein internationales Produktionsverbot. Der Abbau alter FCKW dauert allerdings Jahrzehnte, zudem werden durch die Verschrottung alter Kühlschränke immer mal wieder neue FCKW in die Atmosphäre gebracht.

Boulder/Wien - Der Einsatz von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKWs) ist heute verboten: Spätestens seit den 1980er-Jahren ist klar, dass diese organischen Verbindungen, die als Treibgase, Lösungs- und Kältemittel breiten Einsatz fanden, die schützende Ozonschicht in der Erdatmosphäre zerstören. Als 1985 ein riesiges Ozonloch über dem Südpol entdeckt wurde, einigte sich die internationale Staatengemeinschaft, FCKW deutlich zu reduzieren.

Wie die Forscher berichten, sank die Konzentration in der Atmosphäre seit Mitte der 1990er-Jahre zunächst langsam, aber kontinuierlich. Die Stoffmenge von Trichlorfluormethan in der Atmosphäre sinkt demnach seit 2012 langsamer, als nach den geltenden Umweltregelungen zu erwarten wäre. Dazu kommen verdächtige Unterschiede des Anteils über der Nord- und der Südhalbkugel. Außerdem zeigt der Verlauf der Kurve innerhalb eines Jahres verdächtige Ähnlichkeiten mit dem Messkurvenverlauf zweier anderer FCKW: Chlordifluormethan und Dichlormethan. Das lasse vermuten, dass alle drei Stoffe aus derselben Quelle freigesetzt werden.

Die Forscher simulierten mit verschiedenen Atmosphärenmodellen die Ausbreitung von Trichlorfluormethan anhand der vorhandenen Messwerte.

Die Forscher um Montzka gehen deshalb davon aus, dass es eine neue Quelle für den Stoff gibt und dass dieser entgegen internationaler Klimaschutzvereinbarungen wieder hergestellt wird. Simulationen deuten auf einen "wahrscheinlichen Ursprung" in Ostasien hin. Als Größenordnung nennen die Wissenschaftler 13.000 Tonnen pro Jahr.

In einem Kommentar in "Nature" bescheinigt Michaela Hegglin von der University of Reading (Grossbritannien) den Autoren eine sorgfältige Analyse. Sie betont die Bedeutung solcher Untersuchungen: "Die Studie von Montzka und Kollegen zeigt einmal mehr, dass Umweltvorschriften nicht selbstverständlich sind und dass eine Überwachung erforderlich ist, um die Einhaltung sicherzustellen".

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