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GESAMT-ROUNDUP 2: EU will auf US-Strafzölle antworten - Sorgen um Eskalation

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Handelskrieg eskaliert USA verhängen Strafzölle gegen EU-Länder- Brüssel kündigt Vergeltung

US-Präsident Donald Trump hat eine entsprechende Proklamation vorgelegt. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker kündigte an, es werde zudem Klage bei der Welthandelsorganisation WTO eingereicht. Produkte aus der EU sind davon noch bis Freitag ausgenommen. Wenn man im Zeitalter sich vernetzender Produktionssysteme "Instrumente aus dem 19. Jahrhundert aus der Mottenkiste zieht", könne das die Konjunktur weltweit in Mitleidenschaft ziehen und perspektivisch den Welthandel empfindlich stören, sagte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Volker Treier in der ARD. Die Trump-Regierung brummt Unternehmen aus der EU Strafzölle auf, die EU reagiert mit Vergeltungszöllen.

Auch die Motorräder von Harley Davidson könnten von der EU mit Strafzöllen belegt werden. Nun ist klar: Die Strafzölle kommen. Durch die Strafzölle werde "viel volkswirtschaftlicher Schaden angerichtet"; die "schädlichen Auswirkungen" würden "in den USA früher und deutlicher spürbar" als in Europa, sagte Altmaier am Donnerstagabend in den ARD-"Tagesthemen".

Uhr: Auch die Wirtschaftsforscher des Münchner Ifo-Instituts fürchten eine Eskalation des Handelskonflikts mit den USA. Trump hatte die Maßnahmen mit einer Bedrohung der nationalen Sicherheit begründet. Doch was will Donald Trump damit erreichen? Es sei "schon einmal gelungen, eine US-Zollmaßnahme wieder außer Kraft zu setzen".

Regierungssprecher Seibert betonte, Europa müsse nun geschlossen auftreten. "Handelskonflikte kennen keine Gewinner", fügte er hinzu. Offiziell ist die Begründung: Die hohe Importquote bei Stahl und Aluminium gefährde die Nationale Sicherheit der USA. Dies würde vor allem die deutschen Hersteller treffen. Allerdings: 18,4 Prozent der niedersächsischen Exporte in die USA entfielen 2017 auf Autos und Wohnmobile - gut eine Milliarde Euro.

Handelsminister Wilbur Ross verweigerte auf mehrmaliges Nachfragen von Journalisten eine Antwort.

Beim Bundesverband der Deutschen Industrie hieß es, Trump riskiere, die transatlantische Partnerschaft um viele Jahrzehnte zurückzuwerfen.

Die bis zum 1. Juni erteilte Ausnahmeregelung läuft auch für die US-Nachbarn Kanada und Mexiko aus, mit denen sich die USA gerade in den Verhandlungen über die Fortsetzung des gemeinsamen Freihandelsabkommens Nafta befinden. Damit sollte Raum für Verhandlungen geschaffen werden.

Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire sagte am Donnerstag, Frankreich werde keine Handelsgespräche mit den USA aufnehmen, so lange die Strafzölle in Kraft seien.

Bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der Zollentscheidung hatte auch Mexiko mit der Ankündigung von Vergeltungszöllen reagiert. Das Wirtschaftsministerium in Mexiko-Stadt erklärte, es bedaure und verurteile die Entscheidung der USA. Der kanadische Premierminister Justin Trudeau bezeichnete die Zölle als "völlig inakzeptabel". Gemäss einer bereits bei der Welthandelsorganisation WTO eingereichten Liste sollen auch auf US-Produkte wie Whiskey, Erdnussbutter, Motorräder, Jeans oder Tabakprodukte Zölle erhoben werden. In der Folge brachen sowohl die europäischen als auch US-Märkte ein. Die Zölle träfen "das falsche Ziel", erklärte der Vorsitzende des mächtigen "Ways and Means"-Ausschusses des Repräsentantenhauses, Kevin Brady". Wie reagiert Europa? Und was bringen die Zölle der amerikanischen Wirtschaft wirklich?

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