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Handelsstreit mit den USA: EU-Zölle sollen ab Juli gelten

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Die Strafabgaben werden ab Juli in Kraft treten, wie EU-Vizekommissar Maros Sefcovic sagte. Die US-Begründung, die Zölle zum Schutz von Arbeitsplätzen dienten der Verteidigung der nationalen Sicherheit, wiesen die EU und Kanada zurück.

Seit dem 1. Juni erheben die USA 25 Prozent Zoll auf Stahl- sowie zehn Prozent auf Aluminium-Importe. Die Zölle seien eine "maßvolle und angemessene Antwort auf eine unilaterale und illegale Entscheidung" der USA. Dies hätten die Kommissare auf ihrem wöchentlichen Treffen beschlossen.

Legende: Jack Daniel's dürfte in der EU bald teurer werden. Auch amerikanische Stahlerzeugnisse, Schiffe und Boote wären betroffen.

Die EU reagiert damit auf die Einführung von US-Sonderabgaben auf Stahl- und Aluminiumprodukte. Anfang Juni hatte Mexiko einen 25-prozentigen Zoll auf Bourbon-Importe verhängt.

Europa will es bei seinen Vergeltungsmassnahmen aber nicht bei einer Runde belassen: In einer zweiten Phase könnten ab 2021 weitere US-Produkte im Wert von 3,6 Milliarden Euro getroffen werden - darunter Rückspiegel für Autos, Touch-Screens sowie Sicherheitsglas. Zusammen sind das 6,4 Milliarden Euro - genau der Zollwert, mit dem Washington nun Stahl und Aluminium belegt.

Die Maschinenbauer in Deutschland fordern von der Bundesregierung, sich offensiver als bisher für einen freien Welthandel einzusetzen. Es werde bei dem Treffen am Freitag und Samstag "schwierige Diskussionen" geben. Zudem sieht Kanada eine Verletzung des Freihandelsabkommens Nafta mit den USA und Mexiko. So verhängte Mexiko etwa Einfuhrzölle von 20 Prozent auf Schweinefleisch aus den USA.

Bewegung kommt Insidern zufolge in den Handelsstreit zwischen den USA und China. Dazu gehörten zusätzliche Einfuhren von Agrarerzeugnissen und einige Industriegüter. Zuletzt weitete sich das US-Defizit im Geschäft mit der Volksrepublik aus: Es kletterte um 8,1 Prozent auf 28 Milliarden Dollar, da die US-Exporte dorthin deutlich abnahmen.

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