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Das Verschwinden der Buchkäufer - Schwäbische

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Studie: Das Buch passt nicht mehr zum Lebensrhythmus

Der Alltag wird immer schnelllebiger, zugleich nehmen neue Medienangebote wie das Internet immer mehr Zeit des einzelnen in Anspruch.

Diese Entwicklung hat die Buchbranche in eine Krise gestürzt. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels stellte am Donnerstag in Frankfurt die Kernergebnisse der umfangreichen Untersuchung vor, die die Motive der Abwanderer analysiert.

Die Zahl der Käufer auf dem Publikumsbuchmarkt ist in den vergangenen vier Jahren um fast 18 Prozent (6,4 Millionen) zurückgegangen. Über alle Generationen hinweg, den stärksten Schwund gibt es aber in den Altersgruppen von 20 bis 50 Jahren. Jetzt hat die Branche aber erstmals in einer umfassenden Befragung von Konsumenten nach den Ursachen geforscht - und zugleich Strategien entwickelt.

Diese Funktion hat früher das Buch übernommen. Sie kaufen nicht nur mehr, sondern auch teurere - oft hochwertig ausgestattete - Bücher. Dies erschwere den Menschen den Zugang zum Buch - und macht Nicht-Lesen generell akzeptabel. "Das Buch muss zum Kunden kommen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, Alexander Skipis. Erste Ideen liegen auf dem Tisch: Bücher könnten an unerwartete Orte gebracht werden, wie Fitnessclubs. Umgekehrt könnte auch eine Buchhandlung einen Beachclub einrichten. Das Lesen soll damit wieder als emotionales Erlebnis und Erweiterung des Horizonts wahrgenommen werden. Mut macht der Branche, dass der Studie zufolge viele Menschen angesichts einer immer kürzer getakteten Welt eine tiefe Sehnsucht nach Entschleunigung haben.

Die Hoffnungen auf das E-Book als Umsatz-Treiber haben sich dagegen nicht erfüllt. Das Direktgeschäft der Verlage liegt bei knapp über 20 Prozent, daneben tragen weitere Verkaufsstellen wie etwa Warenhäuser zum Umsatz bei.

Es ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich hinter nahezu stabilen Umsatzzahlen tiefgreifende Veränderungen verbergen können: Trotz der Einführung von Facebook, Twitter oder WhatsApp haben die Erlöse in der Buchbranche kaum gelitten - 2002 waren es 9,22 Milliarden Euro, im vergangenen Jahr 9,13 Milliarden Euro, die Zahlen bewegten sich im gesamten Zeitraum in einem Korridor zwischen 9,1 und 9,7 Milliarden Euro. 2017 kauften noch 29,6 Millionen Menschen mindestens ein Buch, das sind 44 Prozent der deutschen Privatpersonen ab zehn Jahren.

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