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Preise steigen: Deutsche Post kappt Jahresprognose

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Steigende Kosten im Paketgeschäft machen der Post zu schaffen

Seinen Mittelfristausblick bis 2020 bestätigte das Unternehmen.

Post-Chef Frank Appel kündigte gestern zudem ein Vorruhestandsprogramm für Beamte an. Das Unternehmen geht davon aus, dass diese Maßnahme jährlich mindestens 200 Millionen Euro einspart. Wie viele Stellen wegfallen, wollte Vorstandschef Frank Appel noch nicht abschätzen. Das hänge auch davon ab, aus welchen Gehaltsgruppen Beamte das Vorruhestandsprogramm in Anspruch nehmen, sagte er in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. "Wir nehmen jetzt bewusst kurzfristige negative Ergebniseffekte in Kauf, um langfristig nachhaltiges Wachstum zu sichern", erklärte er. "Das stark wachsende Paketvolumen hat auch zu einer hohen Anspannung in der Organisation geführt". Die Post hat unter anderem damit zu kämpfen, dass durch den Online-Handel zwar ihr Paket-Service floriert, die dafür notwendigen Zusteller und ihre Fahrten aber auch immer mehr kosten. "Aus dem Grunde sehen wir uns insgesamt deutlich steigenden Kosten gegenüber, die uns ohne ausgleichende Preise dieses Jahr vor erhebliche Herausforderungen stellen". "Die Post ist natürlich in besonderer Weise vom digitalen Wandel betroffen", sagte sie mit Blick auf sinkende Briefmengen.

Der Konzern dreht deshalb auch an der Preisschraube für die Verbraucher. Bei den Briefen steht eine Anhebung des Portos beim Standardbrief von 70 auf 80 Cent ab Januar 2019 im Raum. "Letztlich wird dieses zusätzliche Kostenbudget zu einem besseren Kundenservice und einer höheren Produktivität sowie Einsparungen von 150 bis 250 Millionen Euro pro Jahr führen", heißt es dazu seitens Deutsche Post DHL. Preiserhöhungen beim lizenzierten Brief müssen von der Bundesnetzagentur genehmigt werden. "Wir konzentrieren uns darauf, unsere strategischen und finanziellen Ziele für 2020 zu erreichen und unsere Divisionen auf eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung in den kommenden Jahren auszurichten". Gleichzeitig führt die strukturelle Verlagerung mit schrumpfenden Brief- und steigenden Paketvolumina aber nicht zu einer entsprechenden Anpassung der indirekten Kosten. Auch in einem wettbewerbsintensiven Markt machen allgemeine Kostensteigerungen preisliche Anpassungen erforderlich. Rund 400 Millionen Euro will der Konzern bereitstellen, damit verbeamtete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorzeitig ihren Ruhestand antreten, teilte die Post am Freitag mit.

Damit hole der Konzern versäumte Investitionen nach. Darüber hinaus hat der Konzern in den letzten Jahren nicht in ausreichendem Maße in die Weiterentwicklung des operativen Geschäfts investiert. Der Bonner Konzern schraubte am Freitag völlig überraschend die Prognose für den operativen Gewinn (Ebit) um fast ein Viertel auf rund 3,2 Milliarden Euro herunter.

An der Planung für 2020 mit einem Ebit von mindestens fünf Milliarden Euro hält Appel unterdessen fest.

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