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Abgas-Skandal: Daimler muss in Deutschland 238.000 Diesel zurückrufen

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Daimler-Chef Dieter Zetsche muss zum Rapport

Jetzt auch Daimler: Hunderttausende Fahrzeuge des Autobauers müssen in Europa zurück in die Werkstätten.

Daimler gerät im Dieselskandal einem Medienbericht zufolge weiter unter Druck: Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) habe inzwischen fünf "unzulässige Abschaltfunktionen" bei Daimler-Modellen entdeckt, berichte die "Bild am Sonntag" (BamS) vorab.

Betroffen sind neben dem Vito vor allem die Volumen-Modelle GLC 220 D und C 220 D. Sie werden besonders häufig verkauft.

Scheuer teilte weiter mit, der Autobauer Daimler erkläre, "dass mit maximalem Abarbeitungstempo und in kooperativer Transparenz mit den Behörden die vom Bund beanstandeten Applikationen in der Motorsteuerung beseitigt werden". Der Sprecher bekräftigte zudem, Daimler widerspreche, wenn das KBA meine, es handele sich um eine unzulässige Abschalteinrichtung. Betroffen sind weltweit 4900 Fahrzeuge, darunter gut 1370 in Deutschland.

"Die Funktionen sind Teil eines komplexen Abgasreinigungssystems, das eine robuste Abgasreinigung bei unterschiedlichen Fahrbedingungen und über die Nutzungsdauer eines Fahrzeugs sicherstellen soll". Daran hat sich nach dem KBA-Bescheid in Sachen Vito auch nichts geändert.

Soll heißen: Die Programmierung habe nicht dazu gedient, dass die Fahrzeuge Tests bestehen, die sie ohne sie nicht bestehen würden. Bei einem ersten Gespräch hatte Bundesverkehrsminister Scheuer Zetsche eine14-tägige Frist gesetzt, um sich konkret zu dem Vorwurf zu äußern. Die Mitteilung Scheuers kam nun gut zwei Stunden, nachdem Zetsche erneut ins Ministerium gekommen war. "Ihre größte Sorge ist, dass rund um das Thema Abgas noch viel mehr auf den Tisch kommen könnte als bisher bekannt", sagte der Betriebsratsvorsitzende des Motorenwerks in Untertürkheim, Wolfgang Nieke, den "Stuttgarter Nachrichten" und der "Stuttgarter Zeitung".

Daimler-Chef Zetsche hatte seit dem Ausbruch des Diesel-Abgasskandals bei Volkswagen vor fast zweieinhalb Jahren immer wieder betont, Fahrzeuge von Daimler würden nicht manipuliert. Bei Betriebsversammlungen um den 20. Juni herum würden die Beschäftigten Antworten hören wollen.

Verbraucherschützer forderten ein Ende der "Salamitaktik" im Abgas-Skandal.

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