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Bericht zum Fall Susanna: Im Irak festgenommener Verdächtiger hat Tat gestanden

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Leichenfund: Tote in Wiesbaden ist offenbar die vermisste Susanna (14)

"Der Verdächtige bekam es mit der Angst zu tun, weil sie unter 18 ist und er wusste, dass es eine schwerwiegende Anklage geben würde, wenn die Polizei käme", sagte Ahmed. Ali B. wurde mit einem Hubschrauber in ein Gefängnis in Frankfurt geflogen.

Was wissen wir im Fall Susanna? Dieser Schilderung zufolge hätten der 20-Jährige und sein Opfer viel Alkohol getrunken und Tabletten geschluckt. Wie gehen die Ermittlungen in dem Mordfall nun weiter? Der Iraker Ali B. soll am Samstagabend mit einer Maschine auf dem Frankfurter Flughafen eintreffen, wie der Evangelische Pressedienst (epd) aus Sicherheitskreisen erfuhr.

Heute soll Ali B. einem Haftrichter vorgeführt werden. Zudem sei nach dem 20-Jährigen zu dem Zeitpunkt nicht gefahndet worden. "Dieser außergewöhnliche Einsatz der Bundespolizei in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit den kurdischen Sicherheitsbehörden sind wir auch der Mutter des toten Kindes schuldig", sagte Romann.

Das ist schwer zu sagen, da unklar ist, unter welchen Bedingungen das angebliche Geständnis zustande kam. Polizeichef Ahmad sagte, das kurdische Innenministerium habe ihn darüber informiert, "dass eine Familie eingetroffen ist und dass eines ihrer Mitglieder wegen Mordes verdächtigt wird".

Laut Bundespolizei-Chef Dieter Romann wollte Ali B. den Irak verlassen. Die Stadt liegt an der Grenze zur Türkei. Der junge Iraker Ali B. soll den Teenager aus Mainz vergewaltigt und erwürgt haben. Die Entscheidung erfolgte nach einer stundenlangen Befragung, bei der der Verdächtige im Mordfall Susanna F. (14) ausführlich ausgepackt haben soll.

Den entscheidenden Tipp, dass sich Ali B.in seinem irakischen Heimatort befindet, soll ausgerechnet aus seiner eigenen Familie gekommen sein, wie jetzt mehrere Medien berichten.

Die 14-Jährige war vor zwei Wochen verschwunden.

Was können die Obduktion der Leiche und die Auswertung der DNA-Spuren bringen? Dies meldeten der "Wiesbadener Kurier" und die Mainzer "Allgemeine Zeitung" am Samstag.

In Susannas Wohnort Mainz gibt es bereits Mahnwachen und Kundgebungen. Dort will man sich mit einer Trauerkundgebung gegen Rassismus wenden. Sein Asylantrag war im Dezember 2016 abgelehnt worden, wogegen er klagte.

Die Wiesbadener Staatsanwaltschaft hatte ein kompliziertes Verfahren erwartet.

Verdächtiger bald wieder in Deutschland?

Nach Angaben der Polizei wurde Ali B. erst nach seiner Flucht zur Fahndung ausgeschrieben - nachdem sich ein 13 Jahre alter Zeuge gemeldet hatte. Ein Haftbefehl hätte die rechtliche Handhabe gegeben, ihn an der Ausreise zu hindern. Einer der beiden Tatverdächtigen sei festgenommen worden, teilten die Ermittler am Donnerstag in Wiesbaden mit. Er kann aber genauso gut unschuldig sein.

Dort wurde er von einer Anti-Terror-Einheit festgenommen.

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