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Datenschutz-Grundverordnung: Behörde prüft Geschäftsgebaren der Schufa

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Logo Hauptquartier schufa	Bildquelle Schufa

Die DSGVO sieht aber vor, dass Verbraucher "eine Kopie" der über sie gespeicherten personenbezogenen Daten kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen - nur für "weitere Kopien" dürfen Unternehmen dafür Verwaltungskosten berechnen.

Getrieben vom Gesetzgeber hat sich die Schufa zwar nach und nach für Verbraucherauskünfte geöffnet und ihr einschlägiges Portal "MeineSchufa.de" ausgebaut.

Der hessische Datenschutzbeauftragte prüft, ob das Geschäftsgebaren der Schufa mit der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vereinbar ist.

Beim kostenpflichtigen Dienst sieht die Schufa das Problem nicht.

Die Schufa widersprach zudem der Vorstellung, dass eine elektronische Auskunft bedeutend schneller sein müsse als eine postalische. Diese Praxis jedoch hat nun die Aufmerksamkeit der zuständigen Datenschützer erregt: Die Geschäftspraktiken der Schufa werden laut Informationen von WELT aktuell vom hessischen Landesdatenschutz geprüft.

Ein wichtiger Teil des Geschäftsmodells der Schufa könnte sich durch die neuesten gesetzlichen Regelungen schlichtweg in Luft auflösen. Der Brief braucht laut "Welt" aber gewöhnlich zwei Wochen - zu langsam für Menschen, die schnell einen Nachweis ihrer Bonität benötigen. Der Inhalt: Wer für mindestens ein Jahr 3,95 Euro im Monat bezahlt, der bekommt alle Auskünfte über sich selbst sofort als komfortable Menüdarstellung im Browser.

Die Schufa behilft sich jetzt erst einmal mit einem formellen Kniff: Sie verweigert die Auskunft ihrerseits unter Berufung auf den Datenschutz, hieß es.

Außerdem bezweifelte die Schufa, ob Auskünfte nach der DSGVO im Alltag einen Vorteil bringen könnten. Nur eine Zustellung an die postalische Adresse könne gewährleisten, dass die Auskunft den Richtigen erreicht. Für die Legitimierung benutzt die Schufa dabei die Prüfziffer auf der Rückseite des neuen Personalausweises. Dem Gesetzestext nach müsste die Schufa den Verbrauchern nach einer elektronischen Anfrage die Auskünfte auch elektronisch - also etwa per Download oder E-Mail - erteilen.

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