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Razzia bei Audi-Chef Stadler

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Rupert Stadler und ein weiteres Mitglied des Vorstands werden seit dem 30. Mai als Beschuldigte geführt, teilte die Staatsanwaltschaft München II mit. Zur Sicherung von möglichem Beweismaterial seien am Montag bereits die Privatwohnungen beider Beschuldigten durchsucht worden, so die Staatsanwaltschaft weiter. Ihnen werde jeweils Betrug sowie mittelbare Falschbeurkundung zur Last gelegt. Dabei geht es um das Inverkehrbringen von Dieselfahrzeugen mit manipulierter Abgassoftware in Europa.

Die Zahl der Beschuldigten im Ermittlungsverfahren ist damit auf 20 gestiegen.

In einer spektakulären Aktion hatte die Staatsanwaltschaft München am 15. März 2017 während der Jahres-Pressekonferenz von Audi-Chef Rupert Stadler in Ingolstadt die Konzernzentrale durchsucht.

Der amtierende Audi-Konzernchef Stadler, der auch Honorarprofessor der Universität St. Gallen ist, steht schon seit geraumer Zeit unter massivem Druck, weil ihm Beobachter einen schlechten Umgang mit dem gesamten Dieselskandal vorwerfen und längst auch seine Glaubwürdigkeit infrage stellen. Ein Audi-Sprecher bekräftigte, die VW-Tochter kooperiere mit den Ermittlern.

Audi gilt als eine Keimzelle des gesamten Dieselskandals von Volkswagen. Sie ermittelt wegen Betrugs und strafbarer Werbung.

Anfang Februar hatten Staatsanwälte die Audi-Zentrale in Ingolstadt und Büros im Werk Neckarsulm durchsucht.

Wenig später wurden auch Privatwohnungen und in einem Fall auch der Arbeitsplatz dreier weiterer Beschuldigter durchsucht. Es bestehe der Verdacht, dass diese mitverantwortlich dafür gewesen seien, zumindest einen wesentlichen Teil der mit manipulierten Dieselmotoren ausgestatteten Fahrzeuge auf den Markt zu bringen, hatten die Ermittler damals mitgeteilt. Der betroffene Arbeitsplatz sei nicht mehr bei Audi angesiedelt.

Als einziger Beschuldigter kam der ehemalige Chef der Audi-Motorenentwicklung und Porsche-Entwicklungsvorstand in Untersuchungshaft. Ein ehemaliger Mitarbeiter des Häftlings bei Audi in Neckarsulm war nach mehreren Monaten Untersuchungshaft vergangenen November wieder freigelassen worden. Die Staatsgewalt verdächtigt Audi, in den Vereinigten Staaten und in Europa ab 2009 mindestens 210 000 Dieselfahrzeuge mit Betrugssoftware zur Manipulation von Abgaswerten verkauft zu haben. Nach Rückrufen des Kraftfahrtbundesamts für 127.000 in Europa verkaufte Autos mit Schummelsoftware waren die Ermittlungen erweitert worden.

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