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Korea-Krise: Live-Blog: Alles Wichtige zum Treffen von Trump und Kim

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SAUL LOEB via Getty Images

Die Pressekonferenz des US-Präsidenten präzisiert die Vereinbarung kaum.

Die Europäische Union hat die Ergebnisse des Gipfels von US-Präsident Trump und Nordkoreas Staatschef Kim begrüßt. In einem Entgegenkommen hatte Kim im April einen Atom- und Raketenteststopp erklärt und verkündet, sich künftig auf die Wirtschaftsentwicklung konzentrieren zu wollen.

Am Dienstag um 9.04 Uhr Ortszeit standen sich die beiden gegenüber, schritten aufeinander zu und schüttelten sich die Hände. Südkoreas Präsident Moon Jae In lobte Trump und Kim für ihre "mutigen Entscheidungen": "Das ist nur ein Anfang". Dann zogen sich die beiden zu Gesprächen zurück.

Am Rande des Treffens zeigte Trump seinem nordkoreanischen Amtskollegen auch seine Präsidenten-Limousine.

"Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald J. Trump, und der Vorsitzende des Komitees für Staatsangelegenheiten der Demokratischen Volksrepublik Korea (DPRK/deutsch: DVRK), Kim Jong Un, haben am 12. Juni 2018 einen ersten historischen Gipfel in Singapur abgehalten". Die von beiden Staatenlenkern getroffenen Vereinbarungen zum nordkoreanischen Atomprogramm blieben allerdings vage und hinter den Zielvorgaben Washingtons zurück. Formell gibt es zwischen Nordkorea und den USA bis heute keine diplomatischen Beziehungen. Trump hat auch ein Friedensabkommen ins Gespräch gebracht. Der setzt für die Kameras bei seiner Ankunft im Hotel "Capella" ein grimmiges - also entschlossenes - Gesicht auf, von dem fünf Minuten später beim Zusammentreffen mit Kim allerdings nichts mehr zu sehen ist. Neben der Abrüstung und dem Frieden sind das der Aufbau neuer Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea sowie die Rückführung von sterblichen Überresten von Kriegsgefangenen und Vermissten.

Trump verspricht Nordkorea "Sicherheitsgarantien" im Gegenzug für die Atomabrüstung. Die atomare Abrüstung Nordkoreas werde von amerikanischen und internationalen Vertretern überwacht werden. Darin hieß es nur, US-Außenminister Mike Pompeo werde "baldmöglichst" Gespräche mit der nordkoreanischen Seite aufnehmen, um die Ergebnisse des Gipfels "zügig" umzusetzen. Bei einer Pressekonferenz nach dem Treffen mit Kim kündigt Trump außerdem an, dass die gemeinsamen Großmanöver mit Südkorea in der Region gestoppt werden sollen. Konkrete nächste Schritte werden nicht benannt. Das Treffen von gleich zu gleich hat für Nordkorea immensen symbolischen Wert. "Wir hatten eine historische Begegnung und haben entschieden, die Vergangenheit hinter uns zu lassen". Mit Spannung blickte die Welt auf das Zusammentreffen von Donald Trump und Kim Jong-un.

Während die Entführung japanischer Staatsbürger nach Nordkorea vor einigen Jahrzehnten offenbar auf der Tagesordnung stand, fehlte jede Erörterung der Menschenrechtslage in Nordkorea, das die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) pünktlich zum Gipfelbeginn als "repressivstes Land der Welt" beschrieb. Die USA haben dort 28.500 Soldaten stationiert und hätten im Kriegsfall das Kommando über die südkoreanischen Truppen. Allerdings musste er dafür seine Forderungen nach schnellen und überprüfbaren Abrüstungsschritten zurückstellen. Allerdings stellte Trump schon aus Kostengründen ein Ende der "Kriegsspiele" der USA mit dem Verbündeten Südkorea in Aussicht.

Schon nach dem Mittagessen sagte Trump: "Es ist besser gelaufen, als irgendjemand hätte erwarten können, Spitzenklasse".

An den Sanktionen gegen Nordkorea will Trump vorerst festhalten. "Vielleicht sollte ich die Sanktionen zurückfahren", überlegt Trump zum Abschluss vor der Presse. "Der Krieg ist seit 70 Jahren nicht beendet, aber er wird bald enden", sagte Trump. "Die USA hätten ernsthafte Zugeständnisse verlangen können, aber sie taten es nicht", schrieb er bei Twitter. "Die IAEA wird den nun folgenden Verhandlungen zur Umsetzung des Gipfels zwischen den USA und Nordkorea genau folgen". Trump hat schon einiges erreicht, etwa die Freilassung von drei Geiseln, braucht einen weiteren Erfolg aber dringlicher als Diktator Kim, für den das Treffen an sich schon eine enorme Aufwertung ist.

In dem Dokument erklärt Kim sein "festes und unerschütterliches Bekenntnis" zu einer umfassenden atomaren Abrüstung auf der koreanische Halbinsel.

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