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Medizin

Impfkomission: Stiko empfiehlt HPV-Impfung auch für Jungen

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HPV-Impfung jetzt auch für Jungen

"Das wurde auch höchste Zeit!", erklärt er in einem aktuellen Interview. Die Impfempfehlung für Mädchen bleibt unberührt.

In Zukunft wird eine HPV-Impfung auch für Jungen empfohlen.

"Ohne eine Impfung der Jungen können wir nie eine sogenannte Herdenimmunität erreichen", betont zur Hausen.

In einer Vorabinformation teilte die STIKO mit, dass die HPV-Impfung jetzt auch für alle Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen wird. Das offensichtlichste Argument sei, so zur Hausen weiter, dass in nahezu allen Kulturen die jungen Männer mehr Sexualpartner hätten als Frauen der gleichen Altersgruppe. "Damit sind Männer die wichtigsten Verbreiter der Infektion". Männer seien aber eben nicht nur die Überträger, sondern auch die Opfer der Viren.

Im Anschluss prüft der Gemeinsame Bundesausschuss binnen drei Monaten die Kostenübernahme seitens der Kasse
Im Anschluss prüft der Gemeinsame Bundesausschuss binnen drei Monaten die Kostenübernahme seitens der Kasse

Im Gespräch mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (Dkfz) sagte Harald zur Hausen, die Empfehlung sei längst überfällig gewesen.

Der 82-jährige Krebsforscher hatte einst herausgefunden, dass humane Papillomviren Gebärmutterhalskrebs auslösen und dafür 2008 den Nobelpreis für Medizin erhalten. Die verschiedenen Virussubtypen lösen Genitalwarzen aus und können Krebs an Gebärmutter, am Penis, im Anal- sowie im Mund-Rachen-Bereich verursachen. Die Entscheidung für oder gegen eine HPV-Impfung wird gemeinsam mit einem Arzt getroffen. Heute hat sich Altersempfehlung nach unten verschoben: 9 bis 14 Jahren sind nach Angaben der Stiko optimal. Daher ist bislang nur ein verschwindender Bruchteil der Jungen gegen die krebserregenden HPV geschützt. Mit der Folge, dass die Mädchen dann angesteckt werden. Daher sollen Kinder und Jugendliche vor den ersten Sexualkontakten geimpft werden. "Doch angesichts der in Deutschland skandalös niedrigen HPV-Impfrate von Mädchen, die gerade mal bei 40 Prozent liegt, sind wir meilenweit von einem solchen Gemeinschaftsschutz entfernt". Sein Appell an alle Eltern: "Nutzen Sie die Chance und schützen Sie Ihren Sohn und seine zukünftigen Partnerinnen vor diesen vermeidbaren Krebserkrankungen!"

Die HPV-Impfung wird verhältnismäßig wenig in Anspruch genommen. Laut Epidemiologischem Bulletin des Robert Koch Instituts aus dem Januar 2018 waren Ende 2015 nur ein Drittel der fünfzehnjährigen Mädchen (31,3 Prozent) vollständig geimpft.

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