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Kompromiss im Namensstreit: So heißt Mazedonien jetzt | Politik

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Mazedoniens soll

Vorangegangen waren mehrmonatige Verhandlungen zwischen beiden Staaten Südosteuropas unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen. Griechenland befürchtete, der Nachbar könnte mit der Landesbezeichnung Mazedonien Ansprüche auf die gleichnamige nordgriechische Provinz erheben.

► Es ist das mögliche Ende eines jahrelangen Nachbarschaftsstreits: Griechenland und Mazedonien haben ihren über 25 Jahre dauernden Zwist um den Namen der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik beigelegt. Mazedonien solle künftig Republik Nord-Mazedonien heißen, teilte der mazedonische Ministerpräsident Zoran Zaev am Dienstagabend mit. Er sei glücklich, weil die Einigung "alle Bedingungen der griechischen Seite" erfülle, zitierte ihn die griechische Zeitung Kathimerini.

Zaev sprach in Skopje von einer "historischen Einigung" mit dem ein 25-jähriger Streit mit dem Nachbarn beendet werden könne. Danach soll es im Herbst ein Referendum über den neuen Namen geben. In einer ersten Reaktion sprach der nationalistische Oppositionschef Hristijan Mickoski von "Kapitulation" und "schwerem Exhibitionismus auf Kosten des Volke".

Als Gegenleistung für die Namensänderung will sich Athen nicht mehr gegen den Beitritt Mazedoniens in die Nato sperren.

Tsipras und Zaev hatten sich in den vergangenen Monaten in dem Konflikt einander angenähert; beide sahen sich massivem Widerstand in ihren Ländern gegenüber.

Griechischen Gegnern eines Kompromisses ist eine Bezeichnung "Nord-Mazedonien" aber immer noch zu sehr am Original angelehnt.

EU-Ratspräsident Donald Tusk begrüßte die Einigung.

Der Namensstreit schwelt, seit Mazedonien 1991 als ehemalige Teilrepublik des zerfallenen Jugoslawiens die Unabhängigkeit errang. Der Namensstreit hat wegen des Widerstands der griechischen Regierung bisher verhindert, dass das Balkanland der EU und der NATO beitreten kann.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg lobte den Kompromiss ebenfalls.

"Skopje und Athen haben heute Geschichte geschrieben", erklärte der deutsche Außenminister Heiko Maas. Als Uno-Mitglied firmiert das Land bislang unter dem Namen Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien (FYROM).

Der Streit um den Namen Mazedonien belastet die Beziehungen zwischen Griechenland und seinem nördlichen Nachbarn seit langem.

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